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Donnerstag, 17. Februar 2011

16. Februar 2011

Eine Schreckensnacht habe ich erlebt. Ich konnte kaum einschlafen, da ich die ganze Zeit Hustenanfälle hatte. Schlussendlich bekam ich Brechkrämpfe und es war mir übelst schlecht. Ich frierte die ganze Nacht, obwohl ich mich eingepackt hatte wie ein Michelin-Männchen. Während ich schlief, hustete ich teilweise, denn wenn ich dies merkte, hatte ich das Gefühl ich muss ersticken. Im Allgemeinen bekam ich kaum Luft weil ich nicht durch die verstopfte Nase atmen konnte und jedes Mal wenn ich den Mund öffnete um zu atmen, hustete ich wie ein Nilpferd. Was ist denn bloss los?? Warum darf ich nicht gesund sein? Ich fühl mich wahnsinnig schlapp. Hab das Gefühl meine Stirn ist taub vom ewigen Hustendruck. Ich hab Glieder,- Rücken- und Kopfschmerzen. Ich sehe noch weniger als sonst. Ja der Tag beginnt gut. Ich werde mit meiner Chefin reden wenns halt einfach nicht geht. Ich hoffe sie versteht es ein weiteres Mal. Langsam glaube ich mir nicht mal mehr selber..:-(

Nun zu etwas anderem: Ich möchte kurz die Geschichte von meinen 2 Rüeblis erzählen. Ich habe sie vor ca. 10 Monaten bekommen, wahrscheinlich werden sie etwa 1 Jahr alt sein. Mein damaliger Freund, schenkte sie mir. Mein schwarzes Rüebli heisst Elvis, weil er am Kopf die genau gleiche Frisur trägt wie Elvis die Legende. Es ist eher das ruhige von den 2 und lässt sich noch eher streicheln als das Andere. Das 2. Rüebli heisst Steve McQueeny. Warum? Keine Ahnung. Als ich es damals bekam, war es rot wie ein Fuchs. Ein Hasenmodel kann ich euch sagen, sah so aus wie im Kinderbuch. Heute ist es ein „wüeschts“ Rüebli. Sein Fell ist dünkler geworden, manchmal sogar ein etwas schwarzes Fell. Man kann es aber eigentlich kaum mehr definieren, am Besten ist es beschrieben mit; über den Hasen ist jemand drüber gefahren. Ich mag es trotzdem. Von der Art her ist es das Aufgedrehte und doch eher schüchtern zu mir. Wie ihr bemerkt habt, rede ich von „Es“ und nicht „Sie“ oder „Ihm“. Begründung; ich hatte bis Gestern keine Ahnung wer weiblich und wer männlich ist. Als ich sie bekam störte mich dies überhaupt nicht. Die Mutter meines damaligen Freundes hätte mir geholfen, wenn jetzt jemand schwanger geworden wäre, sie hat auch Tierchen Zuhause. Ausserdem wäre das doch zuckersüss. Ja keine dummen Fragen; natürlich habe ich versucht nachzuschauen, was es sein könnte, Männchen oder Weibchen. Ich fand es aber nicht raus, trotz den aber-1000den Tricks die man beachten sollte. Da sie das letzte Jahr nie „höperlten“ nahm ich an, sie seien beide Weiblein oder Männlein. Gestern der Schock: Ich ging ohne Ü18-Gedanken zum Stall und fing an zu Misten. Irgendwie kam mir das schon etwas komisch vor, dass im WC meiner beiden Rüeblis viele Haare lagen. Da es helle Haare waren nahm ich McQueeny raus und begutachtete es. Naja keine Löcher festzustellen, aber weniger rund wars. Meine Rüeblis sind nicht überfuttert, aber auch nicht dünn. Halt ganz normal. Durch das Winterfell haben sie aber etwas zu gelegt, was bei McQueeny nicht mehr ersichtlich war. Aber ich dachte, vielleicht nehmen sie ihr Winterfell so ab, wie sich die Schlangen heuten. Jaja ich weiss, ich hätte Haseninformationsbücher lesen sollen. Habe kein Einziges begutachtet. Aber wenn ich bedenke, dass beide noch leben und einen zufriedenen Eindruck machen, bin ich stolz auf mich, haben sie überlebt und geht es ihnen so wunderprächtig. Ich nahm das Wc und mistete es aus(übrigens sind meine Hasen zu 90% stubenrein. Hab keine Ahnung warum. Ist einfach so). Plötzlich der Schock: Elvis höperlete McQueeny an. Ja hallo? Es ist noch nicht mal 12 Uhr am Abend. Keine einzige Werbung im Fernsehn läuft von wegen; ruf mich an 0900 666 666 und ihr höperlet schon drauf los??? Das geht ja gar nicht. Wie lange das schon so geht, fragte ich mich, ohne dass ich es gemerkt habe. Sofort nahm ich Elvis raus und stellte ihn an den Boden. Im nächsten Moment sprang er wieder in den Hasenstall in den 2. Stock und wollte da weiter machen wo er aufgehört hatte. Jaa meine Hasen können hüpfen! Dieses Spiel machte ich 3 Mal mit und sperrte ihn dann in die Badewanne. Ich musste unbedingt den Stall sauber machen und mir was einfallen lassen, wie ich sie trennen kann. Ich hab keinen 2. Stall, Box oder was Ähnliches. Was ich mal gehört habe ist, dass wenn sich Rüeblimamas den Bauch rupfen, dann machen sie sich ein Nest um bereit für die Jungen zu sein. Nun habe ich eine Lösung gefunden. Ich habe mit aller Mühe den 2. Stock abgeschlossen, ohne dass Elvis hoch könnte. Oben habe ich versucht eine kuschelige Ecke einzurichten, so dass Steve sich es gemütlich machen und sich vorbereiten könnte. Unten wohnt nun Elvis der Rammler. Ich werde das Geräusch welches er Gestern von sich gab nie mehr vergessen. Ich denke das ist etwa ähnlich wie;- eine Menschenmutter niemals ihre leiblichen Kindern beim Sex hören oder sehen möchte. Der Hasenstall stand heute Morgen noch so wie ich ihn aufgebaut habe. Ich hoffe Elvis konnte seine Hormone anderweitig auslassen. Ich schaute noch kurz nach und ging auf den Zug.

Den ganzen Weg von mir Zuhause nach Basel hustete ich. Das einzig Gute: Bei der Migrostheke in Basel gingen plötzlich alle auf die Seite, als ich husten musste. Ja ich kam viel schneller dran. Dies nahm ich sogar an, da ich merkte, dass es mir schwindlig wurde beilängerem stehen.

Bei der Arbeit angekommen, ging ich ins Büro und jeder sah mich an. „Oh wie siehst du denn aus“, waren unter anderem Begrüssungsworte. Ohne dass ich es wollte, kamen mir Tränen in die Augen geschossen und zum ersten Mal merkte ich, wie belastend das es für mich ist, schon so lange immer wieder krank zu werden und einfach keine Kraft mehr um Freude am Leben zu haben. Meine Mamas kamen und nahmen mich in den Arm und gaben mir Trost. Ich habe wahnsinnig Angst, dass ich meine Arbeit verliere. Ich bin immer noch in der Probezeit. Ich äusserte meine Ängste und sagte nochmals, dass ich doch eigentlich mit der Arbeit zufrieden bin und ich die Leute doch hier schätze. Ich ging dann zu meiner Chefin und redete mit ihr: „Hallo, hör zu, ich muss nach Hause gehen. Ich mag nicht mehr. Es tut mir leid. Mir ist bewusst, dass es nicht gut aussieht, vorallem in der Probezeit. Ich mache das nicht absichtlich, es passiert einfach und ich kann nichts dagegen tun. Ich gebe mir Mühe, dass es aufhört, aber es kommt immer wieder.“ Auch meine Chefin gab mir Trost und meinte, dass ich mir keine Gedanken machen müsse und es absolut keine Option wäre eine Kündigung auszusprechen. Ich gehöre dazu. Das tat wahnsinnig gut zu hören. Seht ihr, meine Mamas sind eigentlich wirklich wahre Schätze und zwar alle. Jeder von ihnen hat eine spezielle Art, aber man respektiert sie. Dies schätze ich sehr. In jedem anderen Team wird ausgespielt und böse geredet. Hier nicht. Das einzige was mich manchmal stört, dass ich nicht weiss wo ich manchmal stehe, aber wenn ich dann eine solche Situation habe, dann spüre ich, dass ich gemocht und geschätzt werde und das ist für mich absolut nicht selbstverständlich. Danke für all da!. Am Abend schrieb mir sogar noch eine Mitarbeiterin und wünschte mir gute Besserung und viel Geduld. Das tat mir gut.

Bevor ich dann am Morgen wieder auf den Zug ging, stieg ich in den absichtlich falschen Bus ein und fuhr zu dem Haus wo mein verstorbener Freund wohnte. Ich weiss nicht warum, aber auf einmal muss ich wahnsinng viel wieder an ihn denken, ich träume sogar von ihm, was sehr aussergwöhnlich ist, da ich eigentlich nie von verstorbenen oder gegangenen Menschen träume. Dort angekommen, lehnte ich mich neben der Eingangstüre an der Hausfassade an. Dort wollte ich ihn damals erschrecken, geklappt hat es natürlich nicht, ich bin zu tollpatschig um so was fertig zu bringen. Ich fühlte mich einfach so alleine und hilflos und ich wusste nicht wo hin, einfach noch nicht sofort nach Hause. Dort muss ich ins Bett liegen und meine Schmerzen richtig spüren. Also ging ich zu ihm nach Hause vor verschlossener Tür. Ich stand 5 Minuten einfach da und ging dann wieder. Ob es mir geholfen hat, weiss ich nicht. Manchmal mach ich einfach Sachen und weiss absolut nicht warum. Ich ging dann zum Notfallarzt in den Spital bei meinem Wohnort. Mein Hausarzt hätte erst am Freitag einen Termin gehabt, aber ich brauchte Medikamente. Im Spital machten sie mir ein kleines Blutbild. Keine Veränderung, keine Aussergewöhnlichkeiten, nichts. Mein Gehörgang ist leicht gerötet. Auf dem Röntgenthoraxbild waren keine Verschlechterungen zu erkennen. Er konnte mir nur nochmals das Selbe sagen. Virus. Er schätze auf den Epstein-Barr-Virus. Er werde meinem Arzt einen Brief schreiben, wobei er ihm vorschlage, ein richtig grosses Blutbild zu erstatten. Ich ging mit den üblich erhaltenen Medikamenten nach Hause. Ich ging zu meinen Rüeblis und wollte mich von ihnen trösten lassen. Dann kam noch ein Schock. Bei Steve lagen 4 tote Hasenbabys da. Das war zu viel. Ich war schon genug mit meinen Nerven völlig am Ende. Nicht noch das. Ich versuchte,-so dumm es tönt,- sie irgendwie mit meinen Finger wieder zu beleben, aber da war einfach nichts. Das zerschmetterte mein Herz dann ganz. Ich ging ins Bett und weinte vor Schmerzen und Trauer. Am Nachmittag kam meine Freundin vorbei um mich zu trösten, das tat gut. Ja ich habe wahre Kollegen, nicht viele, aber die, die da sind, sind für immer. Wir schauen auf einander und geben acht.

Am Abend bemerkte ich, dass sich Steve ein weiteres Mal ein wenig Fell vom Bauch gerupft hat. Ich hoffe nicht, dass da noch mehr tote Babys kommen. L

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