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Mittwoch, 7. Dezember 2011

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Ich habe Ferien, 1 Woche. Juhuu. Ich freue mich so, weil ich weiss ich habe Arzttermine, Physiotherapien und darf wissen, nicht ins Ausland gehen zu dürfen, aus versicherungstechnischen Gründen. Besser kanns wohl kaum sein. Etwas schönes hat es doch. Am Montag war ich unterwegs nach Luzern, meinen ehemaligen Lehrer besuchen. Von jemandem das Eigengeschriebene vorlesen zu bekommen ist etwas noch berührendes, als wenn man ein Buch liest, bei welchem man den Autor kennt.

Nach diesem „wie-in-alten-Zeiten-Treffen ging es weiter zum Spez.Doc. Es kreisten einige Gedanken vor diesem Arztbesuch in meinem Kopf herum. Ich bin teilweise schon fasziniert, wie Leute den Zustand, ob es stimmt oder nicht, konkret darstellen können, so dass es gar keine Eigenempfindungen mehr geben kann. Der Prof. Dr. Med. Dent. Phil. etc. sitzt schliesslich da und der kommt Gott nahe. Ok, ich gebe zu, mein Spez.Doc. war bisher noch nicht so, aber ich muss schon sagen, es hat mich gekränkt, als ich im Zwischenbericht lesen musste, dass “leichtes Joggen“ erlaubt wäre... dabei laufe ich wie ein schiefgewachsener Krüppel in der Gegend umher. Natürlich bin ich froh, hat er gute Arbeit an meinem Fuss geleistet, mein Ego ist aber durch diese...naja nennen wir es mal „Bemerkung“ etwas angeknackst.. . Ich bekomme nun Einlagen und er war nicht gerade begeistert von meinem Gang. Es war ein sehr unangenehmes Gefühl wieder in diesem Spital zu sein. Es verletzt mich und es beschämt mich an diesen Spitalaufenthalt zurück zu denken. Total hilflos, nackt, keinen eigenen Willen und ein totaler Verlust aller Sinne zu haben,- diese Gedanken waren mir wieder nahe. Es macht mir Angst. Dazu kam, dass der Arzt mir dieses Mal geradeaus mitgeteilt hat, dass eine Heilungsprognose nicht gestellt werden kann, denn die Zahl dieser Verletzung gesamtschweizerisch seinen für eine genaues Heilungsprozedere zu stellen unbefriedigend. So stand ich dann irgendwo in Aarau vor einem Schaufenster und ich spürte ein Tsunami welcher mit ganzer Wasserpracht auf mich zu raste. Aber nein, geweint habe ich nicht. Ich sah mich im Schaufenster an und dachte, egal was noch kommt, ich bin so wie ich jetzt da stehe. Schlussendlich zählt wer ich bin. Ich werde nicht weinen, vielleicht an einem anderen Tag aber nicht jetzt, nicht in diesem Moment. Du kannst 100 richtige Freunde haben, alles Mitgefühl würde nichts bringen. Schlussendlich steht man alleine da, sieht sich an und entscheidet sich immer alleine für etwas oder gegen. Will ich glücklich oder traurig sein, will ich lachen und mit den Augen weinen, will ich wütend sein oder ziehe ich mich zurück? Es ist immer die ganz alleinige Entscheidung von sich selber, kein Freund kann dir in solchen Momenten helfen. Ich würde sie keinem von meinen Freunden abgegeben wollen. Ich wollte in diesem Moment vor dem Schaufenster nicht weinen. Irgendwann wird man Müde. Am Anfang von einer Trauer, von einem Schicksalsschlag oder von einem sehr tragischen Ereignis hat man immer sehr viel Kraft um auf seine Art zu trauern. Ich trauerte meistens im Sport, ich ging rennen, machte Kampfsport, ging wandern, Hauptsache war mein Körper spürte ich in allen Knochen. Da ich von dem genau nix machen kann, traure ich meisten in meinem Bett, Decke über den Kopf gezogen, Gesicht ins Kissen gedrückt um dann nur noch auf den Tsunami zu warten bis er mit den Wellen bricht und schlussendlich schläft man irgendwann ganz erschöpft ein und ist froh, ist der nächste Morgen gekommen.

Ein anderes Thema; ein Elsbeth-Drama: Eine Kollegin und ich haben etwas Unverzeihliches alle Jahre wieder in Basel entdeckt. In der Weihnachtszeit, gelingt es den Basler, ein Teil ihrer Weihnachtsbeleuchtung,- welche sie eigentlich liebevoll und wunderschön in ganz Basel aufhängen,- in den Sand zu setzten. Schon mal im Bahnhof gestanden? Macht das mal. Es gibt nur ein Wort für eine solche „Dekoration“: Grässlich. Wie an einem Mobile hängen BLAU beleuchtete Girlanden von der Decke. Überall. Wenn man das aktuelle Datum nicht im Kopf hätte, könnte das auch eine misslungene Fasnachtsdekoration sein, oder wie wäre es mit einer Sommerdekoration? Blau wäre dann in diesem Fall, das neue Gelb! Die Stadt Basel wird jedes Mal mit viel Charme und Stil in der Weihnachtszeit dekoriert und keine andere Stadt steht Basel nah. Keine. Bis auf den Bahnhof. Wie traurige ist dass denn, wenn man sagen muss, dass der nicht stilvolle, möchtegern-bonzige und total am falschen Platz stehende Svarovski-Baum in der Schalterhallte Zürich, den Bahnhof Basel um Längen übertrifft. Es ist traurigerweise definitiv hässlicher, als die klotzige Beleuchtung im Bahnhof Zürich mit dem fehlstehenden Weihnachtsmarkt,- wobei definitiv keine Weihnachtsstimmung aufkommt. Ist man Pendler begrüsst der Bahnhof den Besucher als Erster. Die Erinnerung an einen Ort gestaltet dem Pendler auch der Bahnhof mit. Dies ist nämlich der erste Eindruck und auch der Letzte vor Abreise. Denke ich an den blig-bling Baum in Zürich denke ich an eine Spiessige Stadt mit teilweise doch schönen Ecken, aber ohne jemals Basel übertroffen zu haben. Nun ist aber leider das Fass überloffen und die Luft muss raus. Es kann nicht sein, dass der Basler Bahnhof einen solch miesen Eindruck macht. Befragt man die Leute nach der Meinung ist meist die Anwort; welche Dekoration? Ich habe einige Leute nach der Meinung befragt. So muss nun etwas unternommen werden. Wie? Ein Beschwerdebrief muss her. An dem schreiben wir zur Zeit.

2 Kommentare:

  1. Beschwerdebrief
    Die angeschriebene Behörde wird euren Beschwerdebrief mit Sicherheit beantworten, allerdings erst so etwa im nächsten August, zusammen mit Beschwerden über sinnlos teure 1. August-Feuerwerke.

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  2. -und die Beschwerde zum Gehalt des Bürgermeisters.

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