8. Januar 2011
Sitze gerade im Zug Richtung Lausanne. Im 2002 als die EXPO war, besuchte ich sie mit meiner Firmgotte und ihrem Freund(ein Bekannter unserer Familie). Ich weiss nicht mehr an welchen Ort genau. Wir standen auf jeden Fall an und vor uns war eine Familie. Wir redeten mit ihnen und sahen uns noch ein paar Mal an dem Tag. Es war sehr lustig. Der Vater konnte Deutsch, seine Ehefrau und die beiden Kinder kaum(Welschland). Wir gaben uns alle Mühe uns irgendwie zu verständigen, daher war es sehr amüsant. Als wir in ein Restaurant gingen um einen Happen zu uns zu nehmen, waren sie auch wieder da. Der Vater der Familie war so lieb, so dass ich unbedingt mit ihm wieder einmal plaudern kann(damals war ich 14 Jahre alt). Ich schrieb meine Nummer auf ein Zettel und rannte zu ihm und war dann verlegen, wie eine Tomate. Er nahm sie und lächelte. Seither wünschen wir uns jede Weihnachten alles Gute per SMS. Nun bin ich auf dem Weg und gehe diese Familie besuchen. Ich bin sehr gespannt und nervös. Hab auch etwas Angst, keine Ahnung warum. Habe meine Kollegin die Nummer meiner Schwester gegeben, da wir uns heute Abend sehen wollten. Falls ich nicht komme gibt sie meiner Schwester Bescheid, dann weiss sie, dass etwas nicht stimmt. Ja ich weiss, es tönt psycho-mässig, aber ich fühle mich nicht genüngend abgesichert. Ich mag mein Expo-Papi wirklich sehr, aber im Pflegeberuf trifft man auf Leute wo man nie denken würden, dass sie zu schlimmen Dingen fähig sind. Ich will im überhaupt nicht unrecht tun, es ist liegt einfach eine lange Zeit dazwischen, ganze 8 Jahre. Ausserdem haben wir an diesem Tag unserem Kennenlernen etwa 30 Minuten miteinander gesprochen. Das erste Mal seit langem eben.
Meine Angst absolut unbegründet!!!! Das Treffen ist vorbei. Hatte schon lange nicht mehr so ein spezieller und schöner Abend wie heute. Hatte schon fast Tränen in den Augen beim Adieu sagen. Aber von Anfang: Mein Ankommen in Lausanne war sehr verwirrend. War noch nie an diesem Bahnhof. Beim Haupteingang sollten wir uns treffen. Aber wo ist er nur? Da ich dazu neige immer die falschen Leute anzusprechen, nahm ich mir vor, dass es dieses Mal nicht passiert, also schaute ich ganz neutral und achtsam umher, ohne jemanden anzusprechen. Nach 2 Minuten war meine Geduld weg, also nahm ich mein Natel und rief ihn an. Es ging nicht, denn der Anruf wurde sofort beendet also nahm ich an, dass er auch telefonieren wollte. Ich schaute umher ob ein Mann mit Natel am Ohr irgendwo stand. Und da war er. Ich hatte mich so wahnsinnig gefreut. Er hatte eine kleine Überraschung dabei, ich war aber leider zu schnell. Er hatte ein Namensschild gebastelt wo darauf stand: EXPO-PAPI. Jööö so herzig. Wir redeten auf dem ganzen Heimweg. Die Frau von ihm und sein Sohn + Freundin waren genau so nett. Mein Expo-Papi war der Übersetzer des Abends. Aber alle gaben sich wahnsinnig Mühe. Die Ehefrau und ich sassen einen Moment lang alleine im Wohnzimmer. Ich probierte ganz offensichtlich Französisch zu sprechen, was mir unüberhörbar misslang. Beim Thema Haustiere war mein Wortschatz zu ende. Nach “chien, chat et sourie“(ich weiss nicht ob man, dass so richtig schreibt, ich meine Hund, Katze und Maus) hab ich verloren. Sie wollte wissen ob ich Haustiere habe. Ja wie erklärt man das Wort Hase, wenn man den französischen Begriff nicht kennt?? Ich probierte es zuerst mit Mimik. Funktionierte nicht. Dann probierte ich lange Ohren nach zu stellen et voilà. Jetzt verstand sie es. Sie sagte das Wort Hase auf Französisch. Ich war mir nicht ganz sicher ob sie das Richtige meint, also fragte/sagte ich: „Il avec des carottes“, dies bestätigte sie mir worauf ich meinte: YES. Der Expo-Papi singt in einem Gospelchor. Er zeigte mir ein paar Musikstücke, worauf er aufstand und anfing mitzusingen und zu tanzen. Es war so lustig und es tat gut wieder mal so lachen zu können. Nebenbei: Er singt wirklich gut und ich finde er hats im Blut J. Später gingen wir (Expo-Papi, Ehefrau und Sohn mit Freundin essen. Wir redeten und lachten viel. Dieser Abend war perfekt.
Noch was: Wie sagen französisch Sprechende; Nutella und Pingu. Sounds very funny!
Nun bin ich auf dem Heimweg. Nebenmir noch mehr Verwirrung: Jetzt sprechen sie Englisch. Ja was denn nun??? J Zuhause gehe meine Sachen abladen und springe dann wieder auf den Zug. Es geht noch ab in den Ausgang tanzen. Cabo verde Party. Also multikulti, das ist immer sehr schön. Tolle Musik, offene und fröhliche Leute und jede Menge Spass.
Die Geschichte liest sich wie ein spannender Roman.
AntwortenLöschenDanke für ihre Zeit um dieses kleine Leben zu lesen :-)
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