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Montag, 11. April 2011

Ciao a tutti...

Samstag, 9. April 2011

Der Tag fing gut an.. aber Moment mal ihr wisst ja gar nicht alles. Also von vorne:

Meine Lieben, Gestern habe ich mich für ein Inter-Rail Ticket nach Italien entschieden, meine 1. Wahl England ist ja an meiner nicht vorhandenen Geldkarte gescheitert.

Meine Reise führt mich nach Napoli wo ca. 10 Stunden Zugsfahrt vorgesehen sind, dort werde ich 2 Tage verweilen und gehe dann wieder Richtung Anfang vom Stiefel ins Gebiet Cinque Terre, um genauer zu sein; Santa Margherita. Ich hab mich zwischen Santa Margherita und Rapallo entscheiden müssen. Ich nahm das Erste weil es besser tönt und mich an Pizza Margherita erinnert,- so bin ich vorallem auf die Pizzen dort gespannt.

Mein Ablauf:

Samstag, 9. April 2011;- Zug fahren bis um 17:00(wenn die italienische Bahn nichts anderes vorgesehen hat)

Sonntag, 10. April 2011 bis Dienstag, 12. April 2011 verweile ich dort und werde am Dienstag Mitte Morgen dann Richtung Santa Margherita aufbrechen. Vom Dienstag bis zum Freitag den 15. April 2011 werde ich dort verbringen und werde dann wieder Mitte Morgen am Freitag nach Hause reisen. So werde ich meinen Geburtstag auf meiner Reise verbringen und bin natürlich wahnsinnig traurig.

Meine Familien habe ich mit diesen Worten verabschiedet(per SMS):

Ciao a tutti

Bin auf dem Weg zu Pizza, Pasta und Amore nach Italien. Wenn der Lokiführer alle Rotlichter auf den Gleisen rechtzeitig sieht und mich die Mafia nicht aufschnappt, werde ich voraussichtlich am Freitag wieder zurück sein. Also bitte: Kein Leichenschmaus ohne mich und kein Feuer über mich, um mich oder an mir. Das Wetter ist genügend warm.

Auf bald und ciao a tutti.

ElsbethinaJ

Ich habe Fortschritte bezüglich meinen Alleingängen beim Reisen gemacht:

1.Ich habe mir einen Rollkoffer zugelegt

2.Habe ein Ticket

3.Euro habe ich auch gewechselt

4.Habe 1 Tag zuvor alles klar gemacht sonst ist es eher kurz bevor es los geht

Was ich nicht habe:

1.Reiseführer;- keine Ahnung wie es dort aussieht, was man sehen sollte etc. mir haben lediglich die Bilder auf Google gefallen und habe mich daher für Napoli entschieden

2.Hotel (hab aber heute Morgen noch ein paar rausgeschrieben)

3.Die italienische Sprache in meinem Wortschatz, im schlimmsten Fall kann ich fluchen

Der Zug fuhr um halb 8 Uhr heute Morgen los. Ich war sehr pünktlich. Stand sogar um viertel nach 6 Uhr auf und machte alles bereit, zusätzlich schrieb ich,- ohne Witz!,- Adressen für Postkarten auf plus Hotels. Keine Ahnung was mit mir los ist. Falls jemand eine Postkarte möchte, dann bitte schnellst möglich melden inkl. Adresse.

Beim Erwachen musste ich feststellen, dass sich mein Druck im rechten Ohr, den ich seit Gestern hatte, nun zu Halsweh und Ohrschmerzen verwandelt hat und meine Nase chronisch am tropfen ist, dies hielt mich aber sicher nicht ab. Der Start im Zug war sehr ernüchternd. Im gleichen Abteil sass gegenüber ein junger Mann welcher die Beine so weit gestreckt hatte, dass ich kaum Platz fand und ich bin im Fall nicht die Grösste. Er schlief und zwar tief! Ab und zu bewegte er sich und kam mit seinen Beinen an Meine ran, auf das bin ich mehr als allergisch, vorallem bei solchen Leuten wo asozial sind und sich einfach ausbreiten. Ich stopfte ihn dann einmal zufällig, er erschrak kurz, machte die Augen auf und bewegte sich keinen Centimeter weg und sass kaum mehr aufrecht. Nichts da. Das Schlimmste war, dass er ab Sursee bis Luzern unüberhörbar anfing zu schnarchen. Ich hatte auch zu wenig Schlaf und da ist man ja bekanntlich empfindlicher, also empfand ich das wie Getröne eines Elefanten. Gott sei Dank stieg er in Luzern aus.

Ab Luzern sass ich in Richtung Fahrtrichtung auf der linken Seite, also auf der perfekten Seite bis nach Milano. Man sieht aus dem Fenster viel mehr von der Gegend. In meinem Abteil sitzen 2 ca. 40-jährige Frauen aus dem Welschland und haben es sichtlich lustig. 2 nette Zugsbegleiter. Im Abteil nebenan bis nach Lugano sassen 3 ca. 70-jährige Frauen. Die eine sah aus wie eine fast Nonne ich nenne sie Magdalena. Die andere wie eine niedliche kleine Kräuterhexe, sie heisst Trudi und die 3. Frau sah eigentlich typsich 75-jährig schweizerisch aus, also s`Vreni. Magdalena war mir überhaupt nicht sympathisch. Ich dachte mir noch, dass bei ihr das weisse Häubchen fehlt, plus die Gott- und Jesuskarten und sie damit rumläuft und predigt. Was macht sie? Richtig! Sie tut es. Seither ist sie in einer anregenden Diskussion mit Vreni. Trudi schaut mit einem kalten Blick nach Draussen. Würde ich an Hexerei glauben, müsste ich annehmen, dass sie in diesem Moment einen Fluch beschwürt damit Magdalena und Vreni Ruhe geben.

Zwischen Luzern und Bellinzona sind 2 super Frauen eingestiegen und haben meine 2 welschen Freunde vertrieben, da sie den Platz reserviert hatten. Ok, das ist halt so, sie haben reserviert. Aber stellt euch mal vor wie sie zu meinen Freunden geredet hatten: Die eine ist ca. 19 Jahre alt,- Princess heisst sie und die andere ca. 40, so was wie die Tante oder Patin,- namentlich Adelheid,- könnte ich mir vorstellen. Princess kam als erstes an, verdreht die Augen und sagte höchst unfreundlich, dass sie den Platz reserviert hätten, glotzte meine zwei Freunde an und fragte spitzfindig ob sie auch diese 2 Plätze reserviert hätten. Ich sagte ihr überfreundlich, dass sie Französisch sprechend seien. Daraufhin verdrehte sie ihr Augen ein weiteres Mal und sagte kurz in einem Satz: „Nous réservons ici“ und knallte ihnen ihre Tickets hin. Meine 2 Freunde mussten das Feld räumen. L

Da sass ich nun mit diesen 2 komischen möchte-gern-sozialen-Weltverstehern und materialistischen, diskriminierenden und herabschauenden Gestalten da und dachte: Elsbeth du bist gut so wie du bist.

Ihr erstes Thema war von sozialen Werten. Dann hatten sie es über Familie,- wie wichtig das sei und zum Schluss kamen wir in Chiasso an, die Grenzwächter kamen rein und Adelheit sagte zu Princess in abwertender Aussprache: Jetzt suchen sie Schwarze und Tschechen. Wie war das erste Thema? Ach ja soziale Werte. Nun habe ich einiges dazugelernt.

Mein Zug sollte um 11:45 Uhr in Milano Centrale eintreffen und um 12:15 Uhr hätte ich einen Anschlusszug Richtung Napoli. Gestern fragte ich den Ticketrausgeber; was wenn er wieder mal Verspätung hätte? Er meinte, dass ich 1 Stunde später den selben Zug wieder hätte, aber kein Platz reserviert wäre. Wir trafen um 12:13 Uhr in Milano ein. Mit einem riesen Smiley im Gesicht rannte ich um mein Leben um den reservierten Zug zu erwischen und siehe da, habs natürlich geschafft,- bin ja geübt.

Nun sitze ich in Fahrrichtung in einem meeega schnellen Zug. Da geht die Post ab, so schnell bin ich noch nie Zug gefahren. Schon sehr speziell, da ich nicht weiss ob ich das nun gut finden soll oder ob ich mich fragen sollte, ob ich dem Lokiführer vertrauen kann und ob er jedes Rot-Licht sieht. Die haben nämlich ein ziemlich schlechtes Sicherheitssystem im Gegensatz der Schweiz. Ein Zug in der Schweiz macht automatisch Vollbrems, wenn ein Zug ein Rotlicht überfährt. Zusätzlich müssen die Lokiführer den Fuss auf eine Kontaktmatte am Boden haben. Falls nicht gibt es ein Alarm und wenn nichts passiert,- also der Lokiführer die Kontaktmatte nicht betätigt, na wer erräts? Na klar! Vollbrems. Das sind 2 von mehreren Sicherheitsvorrichtungen. Ist Italien genauso streng? Nö. Erst vor ca. 2 Jahren gab es einen Frontalcrash vor Milano. Jaja der eine hatte rot oder die Ampel machte gerade Mittagspause..auch möglich!

Kurz zu meinen Wünschen falls es doch passieren sollte und ich schon bald 88 Jahre alt sein werde:

-Wer auf den Gedanken kommen sollte, ein Leichenschmaus zu organisieren nach der Beerdignung, soll der Blitz treffen.

-Mein Körper wird bestimmt nicht verbrannt!!! Ich habe mit ihm ein Leben lang zusammen gelebt als Dank soll ich ihn verbrennen?? Macht wie ihr wollt, meine Wenigkeit wird als Staub bestimmt nicht in irgendeine Vase gesteckt! Ich will zu den Mäusen, klar?

-Rosen auf dem Sarg sind wirklich schön, aber habt ihr auch an meine Gummibärchen gedacht? Das wäre megamässig cool, jede vierte Rose soll ein Gummbärchen sein. Weeehaa!

So das finde ich ja schon etwas schwarzhumorig, dass ich in einem nicht ungefährlichen Zug über so was rede, aber gesagt muss es sein, man weiss ja nie. J Wie gesagt ich kann über (fast) alles reden.

Anderes Thema. Gegenüber mir sitzt ein ca. 45- jähriger Mann auch mit Laptop. Ein ruhiger, sympathischer, netter, kleiner Italiener. Ein perfekter Mitreisender. Ich geniesse die eingesessenen Sitze, welche so was von bequem sind und grinse noch mehr als jetzt schon alle 10 Minuten wegen einem Zugklapptischchen, welches mortz-mässig quietscht beim aufmachen oder der armen Zugs-Restaurant-Frau welche sich alle 15 Minuten via Lautsprecher meldet, dass sie uns gerne in ihrem Restaurant begrüssen würde,- ich denke sie ist verzweifelt da niemand ihre Pasti essen möchte.

Nun geniesse ich trotz leichten Ohrenschmerzen und tropfender Nase meine 4 Stunden SCHNELL-Zugfahrt nach Napoli und hoffe ich habe noch einiges zu erzählen. Ciao a tutti.

(Ich hoffe ich kann mich irgendwie melden, ansonsten bis Freitag!)

3 Kommentare:

  1. Buon viaggio wünsche ich.
    Achtung!! Wenn dein Zug nun in irgend einem Bahnhof einfährt und dort anhält, und du auf einer grossen blauen Tafel weiss auf blau lesen kannst:
    BINARIO, ist die keineswegs der Name der Stadt, sondern heisst schlicht und einfach. GELEISE.
    Capito?

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  2. Zum Thema "Einäschern"
    Ein Witwer bewahrte die Asche seiner lieben verstorbenen Ehefrau zu Hause in einem Gurkenglas auf, da sie zu ihrer Lebzeit ja immer so gerne zum Fenster hinaus geschaut hatte.

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  3. I.Ö. wunderschön die Äschergeschichte,- nun falls es mir gleich ergehen sollte, hat Mann schon ein Problem! Mich müsste man teilen!,- da ich so viele Lieblingsorte hätte! Wo soll ich hin? Im Flughafen zerstreuen? Am Rhein über die Sonnentankenden kippen?, auf dem Mittagsgüpfi den Vögel die Sicht versperren?..ach herje, darf man das? Teilen?
    Unter der Erde komme ich irgendwann überall hin. Ins Wasser und durch meine "Abgase" in die Luft. Also wäre ich auch da "frei" :-) Mein Sinn des Lebends. Ich bin eben ein Freigeist.
    Ich verurteile niemand der zu Staub werden will, solche Geschichte wie die mit dem Witwer finde ich wirklich schön. Durch meine Geriatrie-Erfahrung kenne ich auch dutzende solche. Nur ich selber möchte keine Vase, sondern Haustiere. :-)

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