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Mittwoch, 13. April 2011

Sonntag, 10. April 2011

Zu Gestern auf meiner Zugsfahrt und das Ankommen:

Eine Haltestation weiter nach Milano sassen 2 ca. 30-jährige Italiener zu uns. Bis auf Napoli fühlte ich mich dann beobachtet. Der Mann neben mir,- ich nenne ihn Luigi, hatte die typische Mentalität eines Italieners. Beim Hinsetzen spürte ich nur zu gut seine Blicke. Natürlich erwiderte ich sie nicht. Das war mir einfach zu aufdringlich. Er gab sich alle Mühe auf sich aufmerksam zu machen. Er las ein Schundheftchen und liess es sich nicht nehmen, über seinen Sitzplatz aus sich auszubreiten. Also kam er immer wieder an mir an. Da er sich 23 Mal pro Minute natürlich bewegen musste, blieb mir nicht verborgen, dass er immer noch da war. Da könnte der schönste Mann neben mir sitzen, der wäre so was von unten durch. Er erleichterte es mir noch, durch seine Bierbauch- oder(und) Pizzabauch-Schönheit. So extrem kannte ich dies bisher noch nicht.

Da sass ich nun mit einem zu aufmerksamen Italiener und 3 Stunden Zugfahrt lagen noch vor mir. Bei jedem Stopp, wer häts gedacht,- ging er nach Draussen und kam mit einer gigantischen Rauchwolke zurück, so dass ich mich geradewegs im Club der Passivraucher hätte anmelden können.

Ich wollte mich einmal kurz strecken, doch er war 1 Sekunde schneller als ich, so dass ich schmunzeln musste und ihn nur kurz ansah, ich musste grinsen da wir beide den gleichen Gedanken hatten. Ein Fehler. Er grinste sofort auch und wollte sofort ein Gespräch beginnen. ABER; auch Elsbethina kann eine wahnsinnig gute neutrale schweizer Mentalität an denn Tag legen, so dass das Gespräch erst gar nicht ins Rollen kam. Seine Streckkünste wurden nach meinem Grinsen trastisch erhöht und er schaute mich dabei natürlich jedes Mal an. Irgendwann schlief ich ein. Mit der Zeit spürte ich die Klimaanlagekälte und so zog ich mein Jäckchen wieder an, was Luigi dazu brachte erneut zu kommunizieren. Ich kannte kein soziales erbarmen, auch nach so viel Kampfgeist nicht. Nicht einmal mein „Gschnuder“ die ganze Zeit konnte ihn zum Rückzug bewegen.

Was mir bei meiner Zugfahrt auffiel war: Um so tiefer wir in Italien waren, um so offener wurden die Leute, sie redeten miteinander, obwohl sie sich nicht kannten. Das war sehr ungewöhnlich, aber schön zu sehen.

In Napoli angekommen bemerkte ich die Zugslänge. Ich war nämlich ziemlich weit hinten platziert gewesen. Hab noch nie so einen langen Zug gesehen und wer mich kennt weiss, dass ich ein Zugfreak bin. Nun gut, dort angekommen, lief ich dem angezeichneten Informationszeichen nach und fand das Touristenbüro sofort. 20 Minuten später stand ich wieder Draussen und war etwas verwirrt. Sie hatten keinen Stadtplan mehr gehabt, also bekam ich 1000 Informationen in meinen Kopf geschrieben und etwa 10 auf ein Blatt.

Als erstes ging ich in den Underground und suchte einen Ticketschalter für ein Metroticket. Die Plattform wo der richtige Zug fuhr fand ich, aber den Ticketschalter/kasten nicht. Nach weiteren 30 Minuten die Erleichterung. Alle Metro und Bustickets müssen beim Kiosk bezogen werden. Wirklich! Ich fragte mich keine Sekunde warum diese Umstände.. es ist einfach so, pasta!

Die Metro hier, welche wie eine normale S-Bahn aussieht kam mit 10 Minuten Verspätung an. Bis dahin hätte ich um die 21 Italiener heiraten können. Weiter musste ich feststellen, dass die wenigsten Italiener Englisch sprechend sind. Da frage ich mich ernsthaft, was die wohl anstellen um im Ausland durchzukommen, abgesehen vom Tessin.

Der Zug kam und mir kam umgehend China in den Sinn. Habt ihr gewusst, dass es dort sogenannte „Zugsstopfer“ gibt? Die pressen Leute in den Zug hinein, damit die Türen zu gehen und alle Leute mitfahren können. Was nicht passt, wird passend gemacht. Dies braucht man hier aber nicht, dies erledigt automatisch die Mentalität. Da war plötzlich eine bella ragazza eben auch nur Mensch. Keine Rücksicht auf Verluste hiess die Überlebensformel und so stieg ich mit vollbepackter Koffer und Tasche gewaltvoll und graziös in den Zug ein. 3 Stationen weiter stieg ich wieder aus und lief den Leuten nach. Ein Taxi war auch schnell gefunden, inkl. 3 herzigen 40-50 jährigen Italiener. Einer von 3 sprach etwas Englisch. Ich zeigte ihnen die Adresse wo mich zu meinem nicht gebuchten Hotel hätte führen sollen. Das war so lustig. Ich verstand absolut kein Wort. Der, der mich fahren sollte, sprach nur Italienisch und kannte die Adresse nicht. Da stand ich nun mit meinen 3 Männer und amüsierte mich köstlich über ihre Gestik und ihrem Umgangston. Wüsste ich nicht, dass sie über den Weg sprachen, hätte ich annehmen müssen, dass sie über den Morgen beginnenden Weltkrieg diskutierten. Als es geklärt war stieg ich ein.

Nun eine Frage: Wo steigt man bei einem Taxi ein? Neben dem Fahrer, also auf der Beifahrerseite oder hinten? Ich stieg auf jeden Fall vorne ein. Richtig oder Falsch? Non lo so.

10 Minuten Autofahrt und meine Nerven waren am Ende. Die fahren alle wie die Säue. Jeder 2 ist ein Porco und bei jeder noch so kleinen Kreuzung wird gehubt was das Zeug hält. Die Velofahrer sind hier kein Problem, es gibt höchst selten einen, dafür sind die Rollerfahrer Katastrophe. Die kommen von wirklich allen Seiten. Die Fussgänger schauen keine Sekunde um sich und die Autofahrer so auch mein Taxifahrer bremsen erst im letzten Moment, wenn der Fussgänger nur noch 50 Centimeter weg ist. Diese werden übrigens kaum angehubt, ausser eine Ragazza läuft nebenan vorbei. Ich dachte auf meiner kurzen Autofahrt bei mindestens 7 Leute(habe mitgezählt), dass das letzte Stündchen geschlagen hat. Aber nichts da. Alle unversehrt. Nach 3 Minuten im Auto hielt ich mich an meinem Sicherheitsgurt fest und ging im Ernstfall der Ablauf einer Reanimation durch und das Verhalten bei Schockpatienten, sowie das korrekte Behandeln einer Verletzung aller Arten. Wer denkt ich übertreibe, soll selbst her kommen und es erleben und/oder für immer schweigen!

Es gilt: Alle haben Vortritt! Und wer am schönsten hupt und als bester die Hände in alle Richtungen mit schönen Zeichen strecken kann, darf als erster fahren. Ein Schock für mich als braver Neulenker!

Ein wunderschöner wenig befahrener Ort in Mitten der Stadt war mein Ziel. Das kleine Bed&Breakfast Hotel Namens „Delle Palme“ liegt im ersten Stock eines typischen Stadthauses mit Hinterhof. Dort angekommen war ich sofort verliebt. Ein Altbau mit Stuck an den Decken, die Wände in blau und gelb gehalten, Lämpchen an den Wänden, kleinen verzierten Fliesen am Boden und das ganze warm und heimelig. So wie meine Traumwohnung. Ich wurde von einem ca. 40-Jährigen, gepflegten ohne Pizzabauch,- sondern muckibepacktem, freundlichen Italiener begrüsst und da gab es sofort wieder ein Sprachproblem. Aber dies war nicht weiter tragisch. Es kommt in 5 Minuten jemand der Englisch spricht, hiess es. Ich konnte meine Sachen abstellen und in einem Zimmer warten(das Zimmer war noch mehr der Hammer als der Eingang). Meine Blase dankte 1000 Mal, dass ich mich Richtung Toilette begab. Ich war genau 1 Mal und zwar beim Aufstehen. Danach ging ich wieder zur kleinen Reception und wartete dort. Er bot mir einen Caffè an. Das war nett und wäre ich ein Kaffeetrinker hätte ich mich auf den italienischen Kaffee so was von gefreut und wäre wahnsinnig gespannt gewesen.

Die englisch sprechende Person kam. Eine sie, etwa. 35-jährige, blonde, ca. 165cm grosse Italienerin. Eine ganz, ganz liebe. Ich teilte ihr mit, dass ich nicht gebucht habe und auf der Suche war. Leider war hier bei ihr kein Zimmer mehr frei, aber sie hätte noch 2 Zimmer an einem anderen Ort, welche auch zu ihr gehören und wo frei wären. Insgesamt hat dieses B&B um die 5 Zimmer. Paolo(also der 40-jährige Mann welcher mich begrüsst hatte) würde mich dort hinfahren. Keine Sekunde später meinte sie; ich müsse imfall keine Angst haben, es sei ihr „husband“. Vor Abreise erklärte mir Edi (die Frau) für dort alles. Sie bot mir an, dass am nächsten Morgen Paolo mich abholen kommt und ich mit ihm zurückfahren könne um mit ihr zu reden bei Fragen oder Anliegen. Das war wirklich toll. Sehr hilfsbereit, lieb und offen.

Nun gut, vom ersten Schock erholt, stieg ich das 2. Mal am heutigen Tag in ein Auto, um genauer zu sein ein Smart(nein kein Fiat, obwohl es hier von Fiat,- ob Neumodelle oder Alten,- nur so hagelt). Paolo zeigte mir auf der Fahrt ein paar Sehenswürdigkeiten und dann kams: Das Meer. Elsbethina war glücklich. So schön. Das Wetter war etwas neblig, aber die Insel Capri war wenig zu erkennen und auch der Vesuv(Vulkan) zeigte sich.

Paolo stellte sein Smart einfach auf das Trottoir hin,- was für einen kurzzeitigen Stopp durchaus üblich und normal ist,- grüsste die Polizia und ging mit mir zu meiner Unterkunft. Ciao a tutti!

Das Zimmer war genauso hinreisend, wie das Erste. Seither lebe ich da. Das Wohnhaus ist geradewegs am Meer. Jedoch ist mein Zimmer im Hinterhof, also habe ich ein wenig Ruhe vom Gehupe, das wird nämlich mit der Zeit etwas anstrengend, da ich immer das Gefühl habe, jetzt kracht es nächstens. Bis jetzt war nie was.

Was ich zu den Fahrkünsten von hier im Allgemeinen sagen kann ist:

-Hier wird nicht durch die Frontscheibe gesehen und dementsprechend gefahren, sondern es wird alles mit dem Rückspiegel abgeklärt, was vorne passiert ist nicht unser Problem, denn die da vorne haben auch einen Rückspiegel!

-Es ist wie eine Putschibahn vom Gefühl her, einfach ohne „Putschi“

-Von Verkehrszeichen wird wenig gehalten, man fährt zum Beispiel durch eine Einbahnstrasse, welche eigentlich nur einspurig angezeigt und befahren werden sollte und überholt selbstverständlich die Polizia noch kurz bevor man bei der nächsten Kreuzung NEBEN einem anderen Auto haltet welches auch durch die einspurige Einbahnstrasse gefahren ist, dort angekommen wird zuerst mal gehupt-> ganz wichtig!

-Das Trottoir wird für „kurzzeitige“ Stopps(können schnell mal 30 Min. sein) als Parkplatz genutzt

-Die Zebrastreifen sind weiss und werden mehr als Verzierung gehalten, kaum jemand beachtet sie. Als Fussgänger wird man angehupt wenn man hinsteht und einfach mal wartet bis ein Auto hält. Das geht gar nicht, denn das verunsichert die Autofahrer schwerst. Sie sind es sich gewohnt, dass die Fussgänger einfach Mal darauf loslaufen. Wenn es reicht bremsen sie nicht mal ab, sondern machen kurz einen Bogen,- auch egal wenn man die andere Strassenseite kurz schneidet

-Die Rollerfahren sind die schlimmsten von allen, sie kommen von links von rechts, fahren einfach mal in eine Strasse rein ohne dass sie wissen können ob ein Auto kommt oder nicht. Auch üblich bei denen ist, dass sie zu dritt auf dem Mofa sitzen; Papa am Steuer hinten Mama und in der Mitte der 3 jährige Sohn...Auch üblich sind Gepäckstücke zu transportieren

-Falls die Ampel auf rot geht, reissen die Autofahrer welche am nächsten zur Ampel stehen eine halbe Vollbrems. Falls niemand über die Strasse geht oder das Fussvolk zu weit weg ist, fahren sie ganz langsam drauf los(so als hätte es ihnen nicht ganz gereicht zu stoppen), um sich wieder im Verkehr einzufügen, ganz besonders die Rollerfahren sind Spezialisten in dem

-Ich habe mal ein Bild von der Sängerin Britney Spears gesehen, wie sie Auto fährt und zwischen ihr und dem Lenkrad hatte sie ihren Säugling. Hier ist dies keine Seltenheit

Zurück zu meinem Zimmer. Ich möchte nochmals sagen, dass es so schön ist. Vom Bad bis zur Tür. Als ich meine Sachen abgeladen hatte, traute ich mich nochmals nach Draussen und lief zum Meer. Es ist keine Badestadt. Hier hat es keinen Strand mit Sand, hier sind riesen Steine das Ufer und vorne dran hat es einige Wellenbrecher. Der Abend war wunderschön. Trotz etwas nebligem Wetter, habe ich schon lange nicht mehr so einen schönen Sonnenuntergang gesehen. Die Farben waren warm,- orange, leichtes alt-rot und gelb-braun. Das Reflektieren der Vulkansteine macht solch schöne Farben, denke ich.

Irgendwie hat die Stadt etwas trauriges, mystisches, armes und doch glückliches an sich. Die Mentalität der Italiener ist schon auch da, aber hier ist etwas anders. Bin gespannt auf die nächsten Tage warum genau ich einen solchen Eindruck habe.

Durch die Reise und der wenige Schlaf war ich ziemlich erledigt, also suchte ich eine Pizzeria und wollte dann schnellst möglich nach Hause. Es dauerte 30 Minuten bis ich meine Pizza mit Schinken und Pilzen endlich in der Hand hielt. Ich dachte zuerst weil alle Draussen standen, man muss Draussen bestellen. 10 Minuten verstrichen bis mir klar wurde, dass ich rein gehen musste. Beim Bestellen schrieb der Maestro meine Bestellung auf einen Zettel und legte ihn hin. Ich ging dann wieder raus und wartete...und wartete. Keine Pizza in Sicht. Da viel mir plötzlich auf, dass alle das Bestellzettelchen zum Pizzapeppe legten. Also ging ich nochmals rein. Der Kassierer meinte, dass es gut sei. Ich war mir aber nicht sicher ob er überhaupt verstanden hatte was ich fragte. Nach weiteren 15 Minuten warten riss mir der Geduldsfaden und ich fragte: „Dove mia Pizza???“ Er zeigte auf das Zettelchen und ich war beruhigt. Es war nicht gerade nett, alle bemerkten deutlich, dass ich nicht vo hier kam und der Ablauf nicht kannte, trotzdem half mir niemand.

Schon jetzt bemerke ich, dass es hier sehr speziell ist, niemand kann so richtig Englisch und wenn sie merken du bist ein englisch-sprechender Tourist, machen sie dicht. Sie helfen dir von sich aus nicht. Dies kenne ich eigentlich von Italiener überhaupt nicht so, also fühlte ich mich nach 30 Minuten warten und dumm angeglotzt zu werden sichtlich unwohl. Nun gut ich hatte endlich meine Pizza und lief stolz aber eigentlich mehr erledigt zurück und wollte essen und schlafen.

Bei der Haustür angekommen, funktionierte der Schlüssel nicht. Oh ich versuchte alle Druckbewegungen, alle Schlüssel etc. 100 Mal aus und ich war am Rande der Verzweiflung. Ein netteres älteres amerikanisches Ehepärchen eilten zu Hilfe und öffneten den Eingang zum Hinterhof, welch ein Zufall, dass sie gerade da waren. Und da stand ich nun in einem Hinterhof den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Habe mich in der Tür geirrt. 20 Meter weiter vorne funktonierte dann einer meiner 3 Schlüssel auf anhieb.

Ich hatte 3 Schlüssel:

1. Schlüssel=Eingang zum Hinterhof

2. Schlüssel=Eingang zum Hotel selber

3. Schlüssel=Zimmerschlüssel

Nun war ich endlich wieder Zuhause und war heilfroh. Es war ein anstrengender Tag. Ich setzte mich aufs Bett, machte den Fernseher an und öffnete die Pizzaschachtel. So nun sollte ich die Pizza eigentlich Stück für Stück geniessen, nur die Entscheidung bei welchem Stück ich anfangen sollte bieb aus. Es gab nur 1 Stück und das war meine runde grosse Pizza selber. Sie war nicht vorgeschnitten und ich hatte kein Messer oder Ähnliches dabei. Habt ihr einen Vorschlag was man da machen könnte? Nun jetzt ist es eigentlich schon zu spät, aber bei einem evtl. Widererlebnis möchte ich vorbereitet sein. Ich habe übrigens meine Pizza liebevoll zusammen gefaltet und hatte dann einen ähnlich geformten aber noch grösseren Dürüm. Es ging dann so irgendwie. Die Pizza war gut, aber ich hätte mir noch einen Tig mehr erhofft.

Nach der Pizza wollte ich noch kurz duschen gehen, es war um die 11 Uhr am Abend. Ich kam nicht weit. Die Italiener sparen an warm Wasser anscheinend. Etwa ab 10 Uhr gibt es nämlich keines mehr. Ich konnte so nicht duschen gehen. Ich fühlte mich durch meine tropfende Nase, die Halsschmerzen und der Husten etwas krank und fröstelte etwas, da wäre eine kalte Dusche nicht gerade mein Erhofftes gewesen. Das ärgerte mich noch zusätzlich. Alles in allem nicht gerade einen guten Start.

Ich schlief dann ein und hatte mehrere italienische Träume, was ich alles geredet habe ist mir bis heute noch nicht klar.

Zu heute:

Ich schlief nicht schlecht. Das Bett ist genügend hart und die Luft ist in Ordnung. Da die Architektur ein Altbau ist, sind die Wände sehr ringhörig. Ich hörte leicht wenn jemand das Zimmer gegenüber verliess. Dies war um 6 Uhr am Morgen der Fall. Gut, dass es so früh war. Da konnte ich tatsächlich nochmals einschlafen. Um 8 Uhr klingelte mein Wecker und ich konnte endlich meine lang ersehnte Dusche nehmen. Heiss und noch heisser soll sie sein. Tat das gut. Meine Nase war am Morgen komplett zu, das Halsweh weg, dafür hatte ich Gliederschmerzen. Aber es ging, ich freute mich auf einen schönen Tag. Um 10 nach 9 Uhr stand Paolo vor der Tür und holte mich tatsächlich ab. Die Autofahrkünste haben sich kaum verändert bzw. verbessert über die Nacht sondern noch mehr bestätigt.

Angekommen(unversehrt), nahm ich das erste richtige Italienische Frühstück zu mir und ich kann euch sagen, ich könnte mich daran gewöhnen. Zugegeben hatte ich Vorurteile bezüglich dem Essen. Als ich in damals in Spanien war, bekam ich wahnsinnige Bauchkrämpfe da ich Milch getrunken hatte. Ich liess es mir trotzdem nicht nehmen und nahm eine normale heisse Schokolade zu mir. Als Brot gab es Süsswaren. Ihr könnt euch vorstellen, dass ihr anstatt einem Stück Brot einfach einen Nussgipfel esst. Ich hatte etwas ähnliches wie ein Schoggigipfeli. Jedoch war der Teig 1000 Mal besser und die wenige Füllung bestand wahrscheinlich aus Konfitüre, ich konnte es kaum rausschmecken, es war halt einfach super süss und die Konsistenz war fantasico. Mmh das war denn fein sag ich euch, jede Menge Zucker am Morgen früh, an das hätte ich mich im Nu gewöhnt.

Nach dem Essen konnte ich Edi alles bezüglich der Stadt erfragen. Meine Ziele waren heute eine Sightseeingtour zu machen, am Meer sein und den Flohmarkt welcher am Sonntag ist zu besuchen.

Los ging es mit dem Flohmarkt. Auf dem Weg dorthin viel etwas ganz extrem auf. Es gibt viele Hundebesitzer, deren Hunde verrichten ihr Geschäft einfach auf dem Trottoir. Nur die wenigsten Halter fühlen sich dazu verpflichtet den Hundekot weg zu machen und so muss man unbedingt an den Boden schauen beim gehen, ansonsten könnte es eklig werden(nicht gerade Elsbethinas Stärke).

Der Flohmarkt war sehr klein. Ca. 100 Meter dem Meer entlang, standen Antiquitäten und vor allem selber gebastelte Spielsachen. Nur etwa 5 Stände enthielten alte gebrauchte Waren. Schön war es trotzdem, aber wahnsinnig teuer. Ich bin eigentlich kein grosser Shopping-Käfer wenn ich im Ausland bin. Ich möchte viel sehen und nicht shoppen. Ein Flohmarkt ist aber immer gut als Abwechslung.

Nach dem Flohmi lief ich via dem hochgepriesenen Park, welcher ich überhaupt nicht speziell oder besonders schön fand, in die Stadt hinein.

Etwas gab es was mich sehr beängstigte, aber vorallem sehr traurig machte. Es gibt sehr viele Afrikaner, welche mit farbigen 110 Liter Abfallsäcken unterwegs waren. Dort drin hatten sie gefälschte Ware wie zum Beispiel; Gucci Taschen, Schweizer Uhren, oder gefälschten Markenbrillen. Dies legten sie dann aus, wenn sie sich sicher fühlten, ohne dass eine Polizei in der Nähe ist und versuchten sie vorallem den Touristen zu verkaufen. Sie sind aber nicht aufdringlich, machen Angst oder laufen nach etc. Es stimmt mich schon traurig für sie. Was ist das für ein Leben, wenn man es so führen muss. Ich kann mir vorstellen, dass viele von ihnen nicht einmal legal hier sind. Es gibt so viele, dass sich die Polizei kaum mehr dafür interessiert. Ich frage mich warum sie hier her kommen und unter solchen Umständen leben? Weil es bei ihnen Zuhause noch schimmer ist? Wie sollte das noch schlimmer sein? Dort müssten sie wenigstens ihre Indentität nicht verleugnen. Hier sind sie immer auf der Flucht und schon ist man auf der schiefen Bahn und macht krumme Deals. Es hat doch jeder ein Recht auf ein angenehmes Leben. Ja da kommt in mir die Weltverbesserin hoch, wobei ich gar nichts tun kann.

In der Stadt wusste ich bei einem Platz nicht genau welche Strasse ich nun nehmen sollte, so fragte ich einen Polizisten in der Hoffnung, dass sie in ihrer Grundausbildung einen Sprachkurs besucht hatten. Meine Begrüssung war Guten Tag auf Italienisch und seine Begrüssung war; „Ciao Bella“. Stellt euch mal vor die Polizei würde in der Schweiz an den Frauen zur Begrüssung; „Hoi du Schöni“ sagen. Haha musste ich grinsen, als diese Begrüssung aus seinem Mund floss.

Ich finde es sehr komisch, dass mich so viele anstarren und ich so viele Male am Tag Ragazza, Bella usw. hören muss, ergeht das allen Frauen gleich? Ich dachte meine schöne Brille schreckt die Italiner ab. Ich trage keinen Minirock, habe keinen Ausschnitt bis zum Bauchnabel und mein typisches Gewuschel auf dem Kopf habe ich auch nach Italien mitgenommen. Die Italiener stehen doch sonst auf Vollbusige, dunkelhaarige oder blondierte, modebewusste Frauen. Ich bin halt einfach ich und gehe nicht nach dem was in der Zeitung steht. Da verstehe ich die Welt nicht mehr.

Der Polizist konnte mir den Weg beschreiben und so kam ich bei meinem nächsten Ziel „Sightseeing“ kurz nach Mittag an.

Es gab 3 Routen welche man fahren konnte. Ich machte alle 3 nacheinander. Dies genoss ich in vollen Zügen, da zudem auch wenns nur die Kopfhörer waren mit mir jemand Deutsch sprach J. Es gab immer eine Boardbegleitung welche mit uns mit fuhr, sie hiess Anna. Anna beantwortete Fragen und gab uns Mitteilungen durch, ich redete gerade mit ihr als ein Buschauffeur in das Gespräch platzte und mit mir reden wollte, ich verstand kein Wort ausser „Ciao Bellissima“. Anna teilte ihm mit, dass ich Englisch spreche. Sichtlich enttäuscht gab er nicht auf und meinte zur Frau, ich solle mit ihm fahren, dies verstand ich gerade noch. So stand ich schlussendlich zwischen zwei Italiener und hörte das Gerede um mich an und verstand kein Wort. Schlussendlich stieg ich dann wieder in einen Bus ein aber nicht in seinen. Scusi! Was ich zu ihm sagen kann ist; dass er noch nett aus sah und kein Pastabäuchlein hatte. Ich dachte immer eines der grössten No-Go`s sei ein Schnauz bei meinem irgendwann zukünftigen Mann!, nun ist der Pastabauch noch dazu gekommen.

Zu meiner Bustour:

Ich Huhn hätte zuvor auf die Toilette gehen sollen, denn es war windig und kalt mit der Zeit. Egal nun habe ich eine grössere Blasenkapazität.

Nun weiss ich woher diese Gefühe; die Traurigkeit, das Arme und das Mystische kommt,- von der Geschichte. Napoli wurde immer und immer wieder durch Schlachten und Kriege verwüstet. Es wurden wahnsinnige Machtkämpfe geführt und Napoli wurde hin- und hergerissen. Die Seuche rottete die Menschen in dieser Stadt zur Hälfte aus. Zudem wurde das Gebiet durch den Vesuv regelrecht verwüstet. Durch all diese tragische Geschichten wurde mit der Farbe rot viele Zeichen gesetzt. Besonders in der Architektur wurde an den Hausfassaden mit Rot gearbeitet. Hier steht Rot für Liebe und für Blut. Diese 2 Komponenten und das Ergebnis daraus spiegeln sich in meiner Empfindungen für die Stadt wieder. Auf die eine Seite ist die Stadt wunderschön, aber es hält mich wie zurück zu freuen und geniessen. Also kann ich schon jetzt sagen, dass ich froh bin, „nur“ 2 Tage hier zu verweilen. Die Stimmung ist einfach sehr speziell und durch die Sprachprobleme verdoppelt sich alles noch dazu.

Auf Postkarten sieht man all die schönen Strassen und Landschaften, was in Wirklichkeit 20% der Stadt ausmachen. Napoli ist eine arme Stadt und lebt vorallem durch den Tourismus.

Was viele nicht wissen ist, dass Napoli eine Stadt der Liebe ist. Das spürt man auch. -Trotz der Armut und der vielen Geschehnisse. Sie sind untereinander wie eine grosse Familie.

Zusätzlich, auch wenn sie es nicht zu geben(so hiess es auf der Busfahrt), sind die Napolitaner abergläubisch. Zum Schutz und fürs Glück trägt jeder ein kleines Horn(in jeglichen Farben und Formen) auf sich. Es hiess, sie sagen; „ich glaube nicht daran, aber ich habe Eines..“. Ich will auch daran glauben und hoffe ich finde mein Glückshorn hier.

Sie haben unterirdische Friedhöfe, weil sie daran glauben wollen, dass die Toten die Lottozahlen an den Lebenden verraten.

Die Napolitaner sind liebevolle und starke Persönlichkeiten, sie geben sich mächtig, unantastbar und im ersten Moment nicht offen. Ein eigenes Völkchen, welches im Grunde genommen einfach seine Ruhe und Frieden will. Dies sind meine Empfindungen hier.

Nach der Sightseeingtour spurtete ich nach Hause. Natürlich stieg ich eine Haltestelle zu früh aus, so dass ich noch weiter weg von Zuhause und das damit verbundene Wc war.

Was ich in jedem Land mache, auch wenn ich dabei auf jeden ethischen Respekt verzichte ist; ich gehe einmal in den McDonalds um zu sehen, ob auch wirklich alle Burger gleich schmecken. Hier in Napoli habe ich gesamthaft 2 Restaurants gefunden. Das ist nicht gerade viel. Der McDonalds ist nicht besonderlich aktuell. An jedem Eck gibt es Pizzastände, diese wiederum sind sehr gut besucht. Ich wusste wo der McDonalds am Hauptbahnhof war und weil ich sowieso noch ein Adapter für die Steckdose brauchte(um meinen Laptop wieder laden zu können, der war nämlich tot) machte ich mich nach der Bustour zum Hauptbahnhof auf. Die Fahrt war, sagen wir mal; speziell. Zum einen kam eine Frau hinein die von mir wissen wollte ob das der Zug nach „%//ç/()/&%ç*“ sei= Non lo so(sehe ich so italienisch aus?!? Hab kein Wort verstanden) und zum anderen sass eine Frau auf dem Rückweg in mein Abteil und weinte. Ja was soll man da tun?

Am Bahnhof angekommen, suchte ich zuerst einen Adapter und verzweifelte nach 1 geschlagenen Stunde.

Verzweifelt setzte ich mich in den Mc und freute mich über meine Burgers und Pommes. Die waren nicht gerade der Hit um ehrlich zu sein. Das Brot war trocken, das Fleisch naja und viiiiel zu wenig Sauce. Nicht einmal der McDonalds hielt zu mir. Ich fühle mich nicht besonderlich wohl in dieser Stadt um ehrlich zu sein. Als Tourist gehört man nicht dazu und hat einen Stempel auf der Stirn. Man bekommt keinen Zugang, so fühle ich mich. Ich finde es zwar schön einige neue Sachen zu erleben, bin aber nicht sonderlich traurig wenn es bald weiter geht. Die Stadt muss man aber einmal im Leben gesehen haben.

Nach dem verpfuschten Mc ging ich nach Hause und hatte keine grosse Lust mehr nach Draussen zu gehen. Das Wetter war in die Ferne sehr neblig, so dass man keinen Ausblick oder Sonne hatte. Ich verpasste daher nichts.

Ich legte mich vor den Fernseher und ging meine Ladekabel nochmals durch. Ich ohne funktionierenden Laptop geht genauso wenig, wie ich ohne GA. Nach 5 Minuten suchen und probieren, tanzte Elsbethina auf dem Bett umher und hätte es jemand gesehen, wäre ich bestimmt ausgeschaffen worden. Ja ich konnte wie durch ein Wunder 2 Kabel miteinander verbinden und konnte so meinen Laptop laden. Seither kann ich wieder schreiben. Was ich dazu sagen muss ist; es fällt mir überhaupt nicht einfach mich über Napoli und meine Eindrücke auszudrücken, keine Ahnung warum.

Plötzlich stand Edi vor meiner Tür und sie meinte ich könne Morgen mit Paolo wieder hoch fahren und wenn ich möchte, könnte ich dort ein Zimmer beziehen, so dass ich zu ihr kommen kann, wenn ich Fragen hätte. Ja sie war ein Engel. Eine wahnsinnig Liebe, wie auch Paolo. Gar nicht so wie die anderen Napolitaner. Übrigens ist Edi im 6 Monat schwanger. Ein Bübchen mit dem Namen Andrea. I.Ö. J.

Das war der Tag, mehr gibt’s Morgen.

3 Kommentare:

  1. Warum trägt eine ehemalige AdA (Angehörige der Armee) ihr Militärmesser, bzw. das Swiss Army Knife nicht auf sich? Dieses hätte nämlich eine spezielle Pizzaklinge. Das Schweizer Stimmvolk hat bekanntlich die Waffeninitiative abgelehnt, so dass der Besitz dieses multifunktionalen, höchst raffinierten Utensils keineswegs verboten wäre.

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  2. Meine Grossmutter sagt: "Nor en rechtige Maa, het es Sackmässer im Hosesack!"
    Herr Walter wollen Sie mir mit ihrem Kommentar was mitteilen, was ich noch nicht weiss???

    *Auch ein Ada ist nur ein Mensch..-es gibt auch weibliche davon...schnüff*

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  3. Übrigens war es nicht Sackbefehl! :))))

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