Montag, 11. April 2011
Pünktlich wie es sich für einen Schweizer gehört, stand ich unten beim Eingang und wartete auf Paolo. Der kam ca. um 10 nach 9 an. Ich schätze es sehr, dass die Leute und auch die Züge mit 10 Minuten Verspätung pünktlich sind. Das Wetter war heute sonnig und in die Ferne wieder neblig. Doch konnte man knapp die Inseln und der Vulkan sehen.
Im Hotel bekam ich dann wieder eine Dröhnung Zucker als Morgenessen.
Nach dem Essen, durfte ich im Internet kurz einen Überblick bezüglich den Hotels in Santa Margherita machen und wählte dann eines aus. Edi bot sich an kurz anzurufen und mir ein Zimmer zu reservieren. Zusätzlich schrieb sie eine Bestätigungs-Email für mich und machte dies alles mit grösster Güte. Ich kann es nur nochmals sagen, eine wahnsinnig liebe Frau. So etwas sieht man Selten.
Übrigens bin ich nun umgezogen zu Edi und Paolo damit ich wenn ich Fragen hätte, jemand habe. Das warm-Wasserduschen hat sich auch geklärt. Dies war in dem anderen Haus der Fall, dass die Leitungen um 10 Uhr zurück gedreht werden. Hier bei ihr sei dies aber nicht der Fall. Da war ich beruhigt. J
Danach machte ich mich Richtung Schiffshafen auf, welcher ich einen Tag zuvor bei der Sightseeingtour entdeckt hatte. Ich war keine Sekunde zu spät da, denn es lief gerade ein riiiiesen Kreuzfahrtschiff ein. Ein solches Monster hatte ich im Leben noch nie gesehen. Seither stehen „Schiffli“ ganz knapp nach meinen „Flogis“ auf der lieblings-angaffer Rangliste. Nun kann ich mir etwas besser vorstellen wie die Titanic in die Brüche ging, denn jetzt habe ich nämlich ähnlich vorstellbare Masse vor Augen.
In der Halle nebenan, ist ein grosses Shoppingcenter, dies zumindest stand gross angeschrieben. Weil ich gerade dort war, blickte ich kurz herein und ging schnell wieder raus. Bis heute ist es mir ein Rätsel warum man für ein normales Oberteil 300 Franken ausgeben kann.
Im Allgemeinen viel mir extrem auf, dass das Leben hier trotz grössten Teils Kleinverdiener schon sehr teuer ist.
Nach 1 Stunde Schiffli begutachten, lief ich dann zum Sightseeingtour-Platz hoch welcher in der Nähe war, um dort ein Busticket wieder Richtung nach Hause zu kaufen. Bei der Busstation musste ich um die 10 Minuten warten, so dass ich mich ab den Autofahrer köstlich amüsieren konnte. Das muss man gesehen haben. 100 Mal unterhaltsamer als Fernsehen. Auf einmal fuhr ein Sightseeingbus durch und dort drin sass der Buschauffeur von Gestern, welcher wollte, dass ich mit ihm mitfahre. Er erkannte mich offensichtlich wieder, denn seine Gestik sprachen Worte. Er stand fast als er mir nachwinkte und hatte für einen Moment beide Arme in der Luft und sein Mund war weit aufgerissen. Ja er erkannte mich auf jeden Fall wieder. Ich fand das sehr amüsierend, was aber leider gefehlt hatte war das hupen, denn dann wäre ich im bella-Ragazza-Hup-Buch offiziell eingetragen worden. Nichts gewesen. Ciao bello.
Ich fuhr weiter zurück um am Meer Mittagessen zu können, hatte nämlich extrem hunger, es war schon 2 Uhr am Nachmittag. Trotz dass ich schon eine Pizza Gestern gegessen hatte, nahm ich heute wieder eine. Einfach aus dem Grund weil ich eine perfekte Pizza essen wollte. Heute war es eine Pizza Margherita. Sie war super, besser zu Gestern, aber noch nicht perfekt. Eine super Pizza welche man in der Schweiz genauso in einem guten Restaurant bekommt. Der einzige Unterschied zu hier: Hier hat man innert max. 10 Minuten eine super Pizza auf dem Teller! In der Schweiz wartet man mind. 15 Minuten. Warum eigentlich??
Mit vollem Magen begab ich mich in die bekannteste Einkaufsstrasse von Napoli. Ich war mir sicher einen normalen Supermarkt zu finden. Falsch gedacht. 1. war da wieder das Verständigungsproblem und 2. War es mein Fehler, dass ich sie nicht nach dem „Wortsupermarkt“ erfragt hatte. So hätte ich mir einige Gespräche ersparen können. Es kam mir aber nicht in den Sinn und so fragte ich und mein Langenscheidt-Wörterbuch(DE-IT) 1000de Begriffe um das Wort Supermarkt herum, ohne dass jemand irgendwann verstanden hätte was ich wollte. Schlussendlich halfen mir 2 ältere Damen die nicht gerade freundlich waren weiter. Beide redeten mir oder sich selber immer wieder rein, so dass ich kaum fertig sprechen konnte oder sie nicht richtig verstand. Ein Wirrwarr zwischen Italienisch und Englisch, so musste ich immer wieder nachfragen. Daher meinten sie, ich könne aber nicht gut Englisch sprechen. Das war der Gipfel der Nettigkeit. Sie waren sonst schon ziemlich giftig und dann noch eine solche Äusserung. Das nahm ich persönlich.
Ich kam durch die Beschreibung der 2 Schnederhexen bei einem Minisupermarkt an, welcher um die 4 Quadratmeter besass. Das ist ja gut und recht, aber es kann mir ja niemand sagen, dass alle Napolitaner hier einkaufen gehen!?!!! Ich kaufte gerade mal das Nötigste ein, da alles noch teurer war als in der Schweiz. Wieder auf der Strasse wollte ich noch einmal jemanden fragen und so sprach ich eine jüngere Frau an und siehe da: Eine englisch sprechende nette, offene Frau zeigte mir den Weg und lief mit mir ein Stück sogar mit. Wir plauderten sogar ein bisschen was meiner Seele unglaublich gut tat. Bis auf das Brot, waren die Lebensmittel fast gleich teuer wie in der Schweiz. Das verwundert mich schon ziemlich. Ich habe viele Leute mit Einkaufstaschen von diesem Laden gesehen, so dass ich annehmen muss, dass dies der Coop für Napoli ist.
Es war etwa um 17:00 Uhr und ich wollte in mein Zimmer zurück, ich war müde von der Stadt und hatte etwas Schmerzen. Ich fing an zu träumen auf dem Nachhauseweg, so dass ich wieder einmal ein Trottoirende nicht sah und natürlich umfiel. Nicht schlimm, ich bin mir das schon so gewöhnt, dass ich reflexartig auf die Hände falle mit der gleichen Bewegung. Auch dieses Mal war es von der Bewegung her gleich aber; plötzlich standen da 3 Männer um mich rum und wollten mir helfen beim aufstehen! Heee???? Das war mir zu hoch? Was wollen die? Würde das in der Schweiz genauso sein ,hätte ich mittlerweile um die 243 Freunde. „Tutto bene, grazie“ teilte ich mit und entzog mich noch röter als sonst der Situation. In mir drin hielt ich mir mal wieder eine Standpauke, dass das so nicht mehr weiter geht!, -ich kann nicht überall umfallen oder Ähnliches machen!“ Im Zimmer angekommen, ging ich duschen und blieb im Zimmer. Ich schrieb am Blog weiter wobei ich von der Zeit her nach eilte, da ich so viel zu berichten habe und schaute Fern. Das italienische Fernsehen ist übrigens äusserst unterhaltsam. Da ich in meinem neuen Zimmer wieder Internetzugang hatte, spielte ich beim italienischen „Wer wird Millionär“ mit. Bis er/sie die Anwort wusste, musste ich herausgefunden habe, was die Frage war. Serien bei welchen ich sonst nicht besonders darauf abfahre, sondern eher dazu einschlafe wie CSI New York, bekamen hier eine ganz andere Bedeutung. Es ist nur schon suupa, wenn man ein Wort versteht oder wenn man an dem Mund des Schauspielers seine Worte auf Englisch erkennen konnte. Tönt verrückt ist aber wahr, das alles habe ich wirklich getan und es war wers glaubt oder nicht; sehr amüsant!!! J
Was ich über Napoli noch alles sagen kann bevor ich Morgen weiter reise ist:
-Zu 98% der Italiener hier haben einen Pizzabauch
-Sonnenbrille tragen ist vorallem bei den Männern Kult, je grösser um so besser
-Männer zwischen 40 und 70 starren ohne Hemmungen und offensichtlich den Frauen nach. Aber sie sind nicht aufdringlich.
-Männer zwischen 25-40 sind da eher mühsam. Ciao ragazza, ciao bella, brava usw. muss man sich anhören, wenn man durch Menschen Menge läuft. Da hab ich die still-glotzenden ab 40 jährigen lieber.
-Die verheirateten Männer glotzen wie die Mit-40ern. Nur nicht so offensichtlich.
-Bei Italiener welche mit ihren Freundinnen bzw. Ehefrauen unterwegs sind, wer denkt es sich? Die glotzen auch!, nur machen sie das, wenn ihre Frau gerade wegschaut.
-Die altertümliche Einstellung nämlich; heiraten, Kinder kriegen und Frau steht hinter dem Herd ist hier schon ziemlich aktuell und Standart. Wenn das 2 Parteien so wollen, ist das ganz ok, ABER dazu ist mir noch was ganz speziell aufgefallen; die lieben Männer tun zwar so Macho-mässig und cool, aber wer die Hosen an hat ist die Frau. Das ist wirklich amüsant zu sehen. Ja die meisten Frauen, kommt es mir vor, sind hart wie Stahl. Arme Männer J.
-Die gebackenen Süssigwaren in den Bäckereien sind der Hammer! Ich konnte leider nicht alle durchprobieren... . Da steht die Schweiz,- „ohni Seich!“ hinten an! Die Italiener sind stolz auf ihre tollen Backwaren und das können sie auch. Ich bin eine erfahrene Süssigkeitsspezialistin! Das macht ihnen keiner so schnell nach(und das darf man zum „Zmorge“ essen, 1000 Dank!)!
Die Stadt Napoli sieht von Vorne sauber und gepflegt aus, in Wahrheit ist sie aber eine ziemlich müfflige Stadt, viele Abfallberge und loser Müll gehören zum Stadtkern dazu
-Es gibt viele besitzlose Hunde welche frei(zum Glück friedlich) herumlaufen, ihr Geschäft verrichten sie einfach auf der Strasse
Ich habe viel gesehen und erlebt. Nun bin ich auf die Reise auf Morgen gespannt.
Ich bin froh konnte ich Napoli sehen, wäre ich dieses Mal nicht gekommen, dann ein anderes Mal. Es war schön so viel Neues und Aussergewöhnliches zu sehen und erlebt zu haben. Nun bin ich aber froh, dass ich wieder abreisen kann. Es ist definitiv nicht meine Stadt, würde es aber jedem anraten hier her zu kommen, verschiedenen Fascetten zu sehen, Vorurteile aus dem Weg zu schaffen und sich von Erfahrungen zu bereichern. Es war sehr speziell. Nicht typisch Italien.
Ciao a tutti e a dopo.
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