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Sonntag, 31. Juli 2011

Sonntag, den 31. Juli 2011 der letzte Tag im Monat Juli, am Abend im Starbucks Café Bellevue in Zürich.

Zu meinen zwei best verhassten und doch nötigen Freunde. Meine 2 künstlichen Beine Barney und Fill. Sie geben mir zwar wortwörtlich Halt und sie sehen schon ziemlich cool aus, aber das wars dann auch schon. Sie schmerzen in meinen Händen und ich bin viel zu langsam unterwegs.

Zu den Handschmerzen:

Durch meinen Handschnitt letzten Dezember, bei welchem ich einen 1-wöchigen Gips davon trug, habe ich heute noch Sensibilitätsstörungen in der rechten Hand. Zwischen Zeigefinger und Daumen habe ich nun vom Gefühl her eine eingeschlafene Haut. Was natürlich Auswirkungen auf meine Gehstöcke hat. Ich stütze mich noch mehr auf die rechte Hand ab, weil sie nicht so sehr schmerzt wie die Linke. Die Folge; grössere Hautrötungen und schmerzen im Daumen- und Handgelenk. ->jammern kommt erst später dran.

Zu meinem bernischen Verhalten:

Trotzdem, dass es mir absolut bewusst ist, dass ich mehr als doppelt so langsam unterwegs bin, bin ich immer noch zu spät dran. Und wie schon 1000`000`000-fach erwähnt ist die SBB was die Zeit anbelangt absolut unsozial. Bis jetzt hat es mich noch kein Mal auf die Schnauze gelegt bei der Treppe zur Unterführung bei meinem Bahnhof, aber schon zich Mal bin ich ausgeschlipft, was zur Folge hatte, dass ich auf den rechten Fuss stand. Das Band oder die Sehne spüre ich immer noch! Beim Abrollen oder auf den Fuss stehen, wandert die Sehne/Band über den Fussgelenkinnenknöchel hin und her. Dies ist so zu vergleichen wie wenn man denn Nerv beim Ellbogen,- auch „Soribei“ genannt,- 10 Mal hintereinander anschlägt. Bei mir ist noch ein zusätzliches Brennen im Fuss festzustellen und ich sacke zusammen.

Meine Güte bin ich ein armer Mensch... Ich schäme mich zu jammern wenn ich verhungerte Kinder in der Zeitung sehe, daher nehme ich jeden Tag tapfer in Angriff und lasse mich nicht unterkriegen. Ich habe auch einen 50 Kilometermarsch mit beidseitigem Muskelfaserriss gepackt, dann ist das hier ein mini Katzensprung. Also Ruhe Elsbeth! Weiter gehen! Das Schreiben darüber macht einiges einfach.

Trotz den Krücken, sind meine Ferien gut angelaufen, obwohl ich durch meinen Unfall noch kein so richtiges Feriengefühl habe.

Am Freitag den 29.7 2011 ging ich mit meiner Kollegin in den Erotikshop, da sie am darauffolgenden Sonntag einen Polterabend hat, welcher sie organisieren muss. Eine klitze kleine Bemerkung am Rande dazu; ich bin heilfroh, dass es nicht mein Polterabend ist! Ich befürchte; spätestens da würde ich mit ganzer Polterabendcrew durchbrennen, meinen Namen ändern und hoffen, dass ich als fast Ehefrau nie gefunden werde. Der offizielle Polterabend sehe ich als Ende in einer freien Ära, welche ich aufgeben und mich festigen MÜSSTE! Ich hoffe ich bleibe noch lange bei meinen inoffiziellen Polterabend und kann noch lange die Sau rauslassen! J

Ganz spontan sah ich einen Kollegen am Freitagabend und wir gingen was trinken... ehrlich gesagt, spürte ich zum 1. Mal dass Schmerzmittel und ein Caipirihna nicht zusammen gehören. Zuhause angekommen, hat ich ein Flash. Do you know the song: „Because I got high“ von Afroman? Das war in etwa ein solches Feeling.

Am Samstag, den 30.7 2011 nahm ich eine Einkaufstour in Angriff. Ich machte mich mit Rucksack und Barny und Fill auf den Weg. Ich versuchte mich so seriös wie es nur Elsbeth vermag zu kleiden, damit ich nur gering auffallen würde. Bei jedem Regal oder Stand bei welchem ich ankam, stellte ich meine 2 Stöcke hin und packte das Gewollte in meinen Rucksack und ging weiter. Die Leute sahen mich an, als würde ich offensichtlich stehlen. Entschuldigung das zu erwähnen, aber die Mitbewohner meines Wohnortes sind manchmal einfach nur richtig doof. Wer stiehlt bitte schön offensichtlich???

Am Samstagabend um 19:58h fuhr mein Zug Richtung Zürich mit meiner Reisekollegin. Ich kam 10 Sekunden zu spät zum Zug. Die Türen blieben offen bis wir drin wahren. Für die SBB sollte man immer Gehstöcke haben,- dann sieht man einen kleinen Funken Hoffnung, dass der Fahrplan doch ein Herz besitzt.

Im Zug schaute mich im hinteren Abteil immer wieder ein Mann an. Meine Güte war das ein schöner Mann. Genauso einer wäre passend, in der Hoffnung dass er noch zusätzlich leicht verrückt sein mag. Er hatte auch eine grössere Hornbrille aufgesetzt und einen leichten Retrostil. Er schrieb ab und zu auf seinem Lapi und lächelte mir ab und an zu. Er hatte etwas längere dunkle und lockige Haare, 3-Tagebart und schöne Augen. Jaja der war wirklich perfekt. Beim Ausstieg machte er mir die Türe auf und meinte mit einem Augenzwinkern, dass ich bemitleidenswert aussehe. Bis der Zug hielt unterhielten wir uns kurz mit ihm und schlussendlich fragte er mich ob er mich runtertragen solle. Worauf ich antwortete; aber bitte! Natürlich tat er es nicht, als ich Draussen stand verabschiedete er sich und weg war er. Ach Mensch warum bin ich immer so scheu, wenn es darum geht. Ich glaube auch, dass ich das Gespräch nicht super fortgeführt habe, ich war innerlich leicht durcheinander und so was passiert äussert selten, so sieht man wie gut dieser Kerl mir gefiel! J

Die Bar welche wir in Zürich besuchen wollten heisst Jules Verne Panorama Bar. Gefunden, stand da so ein Schild, dass die Sternwarte geöffnet ist und sie oberhalb dieser Bar ihren Standort besitzt. Nach 3 Mal überlegen gingen wir zur Sternwarte hoch und ich war hellauf begeistert. Ich hatte noch nie so was zuvor gesehen. Leider war es bewölkt so war es uns leider nicht möglich Sterne oder Planeten zu begutachten. Doch die 2 äusserst unterhaltsamen Hobbydozenten machten dies ein kleinwenig wieder gut. Es ist wirklich sehr empfehlenswert. Also wer mal Lust hat dort hinzugehen, melde sich doch bei mir, ich würde gerne wieder mal dorthin gehen. Nach der Begutachtung der Urania Sternwarte gingen wir einen Stock tiefer und genossen einen gespritzer Weisser süss. Ich dachte mir; nach dem Caipirihna von Gestern schiesst der mich bestimmt nicht aus der Bahn. War alles gut. Später fragte uns ein Liebespärchen ob wir ein Foto von ihnen zwei machen könnten. Die sahen aus wie aus einem Märchenbuch rausgeschnitten. Zusammen sahen diese 2 hinreissend aus.

So verging der Abend und wir gingen um halb 12 Uhr wieder auf den Zug. Andere jungen Menschen hätten sich die Kante gegeben, aber nein, wir genossen einen guten Wein und besuchten an einem Samstag Abend die Sternwarte in Zürich. Besser geht’s wohl kaum.

Heute, wie schon erwähnt der letzte Tag im Juli 2011 genoss ich nach dem Erwachen mit 3 weiteren Stunden im Bett. Dann ging ich duschen und machte mich auf den Weg zu meiner Familie. Meine liebe Bella die 2. begrüsste mich immer mit vollem Herzen wobei ich sie heute etwas bremsen musste, denn sie hat die nette Angewohnheit wenn sie jemanden fest mag, sich mit ihren Beinen auf menschliche Beine zustellen und das Pfötchen zu geben. Beides ging 2 Mal an mein demolierten Fuss zu Gute. Ach die Bella könnte mir alles antun, dieser Hund liebe ich über alles.

Kurz zu meinen nächsten Tagen. Morgen werde ich mit Pit Strasbourg besuchen. Ich war noch nie dort und darüber freue ich mich wahnsinnig. Pit wird mir sicherlich einiges zeigen können, denn er kennt die Stadt.

Durch meine Stöcke musste ich schon einige Sprüche hören, doch Pit schoss definitiv den Vogel ab. Er fragte äusserst höfflich, ob er für den morgigen Ausflug noch einen Rollstuhl für mich besorgen müsse. Naa warte! Ich bin ein Footballspieler und warte ruhig, gefasst und überlegt auf den perfekten Rückschlag!

Am Dienstag werde ich unter anderem versuchen, meine Wäsche zu waschen. Mal schauen was mir da für eine Lösung,- um das alleine zu meistern,- in den Sinn kommt. J

Der Mittwoch wird Deutschland gehören. Dort werde ich mit meiner Reisebegleitung für Liverpool einkaufen gehen. So haben wir wenigstens noch kurz den tiefen und billigen Euro genossen.

Ich wünsche allen, welche das Feuerwerk lieben, einen schönen 1. August 2011. Ich werde mich die restlichen Tage vom Jahr dankbar dafür zeigen, dass wir kein finanziell ruiniertes Land sind(und wenn dann nur hinter verschlossenen Türen), kein Krieg führen(und wenn dann waren es die Zürcher) und einen grossen und hohen Lebensstandart besitzen.

Eure hinkende-nicht-Rollstuhl-besitzende Elsbeth.

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