Mittwoch, 28. September 2011
Gestern habe ich nach 19.5 Jahren das zurück bekommen was mir genommen wurde. Es kam mir vor, als wäre ich in diesem Trauma bis Gestern gefangen gewesen und kann nun endlich weiterleben. Ich habe es endlich geschafft. Meine Freundin war immer bei mir und begleitete mich. Ich muss schon sagen, dieser Mensch stand mir in meinem Leben immer bei. Als die Beerdigung meines Freundes war und nun Gestern. 2 einschneidende Erlebnisse und es war immer sie, welche nicht von meiner Seite wich. Dies ist nicht verständlich und ich bin einfach nur dankbar. So was kann man nicht in Worte fassen, es ist unglaublich und ich bin wahnsinnig dankbar und es berührt mich, dass ich ein solcher Mensch an meiner Seite haben darf. Ich danke dir für alles und hoffe ich darf dir irgendwann genauso Freund sein wie du mir warst und bist. Ich danke dir von Herzen. Als ich am Abend wieder Zuhause war, telefonierte ich mit meiner Schwester Regula. Mein Natel hatte nach dem Telefon einen kleinen Wasserschaden. Ich kann mit Freude nicht so gut umgehen wie mit Schmerz. Ich weinte nur noch und ich sagte zich Male; dass nun alles vorbei ist,- es ist alles vorbei. Es ist nicht fassbar. Ich musste vor Glück nur noch weinen und es tat so gut. Ich fühlte mich endlich wieder als ich und zwar ganz. Die Freude tat schon fast weh und ich spürte, dass einiges an Ballast ab viel. Dann bemerkte ich plötzlich, wie verletzend Albert wirklich war als ich ihm von diesem tragischen Erlebnis erzählte und er einfach einschlief(Übrigens meldete er sich 3 Tage nach dem Sonntag als ich auf ihn wartete wieder und fragte ganz cool wie immer; wie es mir gehe und er habe schon lange nichts mehr gehört. Die Tat von Elsbeth: Löschen und weg! Darüber hinaus bin ich sehr froh). So ein nicht verzeihbares Verhalten kann man nur noch bedauern. Aber dies lass ich alles hinter mir. Endlich habe ich mich wieder zurück. Ich habe wieder Mut gefunden und kann mich wieder richtig schätzen. Ich bin für meinen Mut diesen Schritt zu gehen 1000 Mal dankbar und ich bin um meine Freundin und Schwester froh. Solche liebe Menschen in meinem Herzen zu haben, gibt einem Mut und macht glücklich.
Heute Abend wird mich Regula besuchen kommen, ich freue mich wahnsinnig und werde ihr wahrscheinlich noch alles 4 Mal erzählen von Gestern. Mit und ohne Tränen, mit und ohne Gesülze und was sonst noch alles dazu gehört. Ich bin einfach froh.
Am Freitag hat meine Schwester Geburtstag und bekommt nun auch endlich eine 2 an den Rücken. Schon ganze 20 Jahre ist sie auf dem Markt. Sie weiss noch gar nicht was an ihrem Geburtstag alles auf sie zu kommen wird, auf jeden Fall muss ich heute Abend wenn sie kommt einige Sachen weggeräumt haben... J.
Über meinen Fuss: Ich mache,- auch wenn nur kleine,- Fortschritte. Jeden Tag mache ich meine Übungen und versuche mein Sozialleben so gut es geht aufrecht zu erhalten. Es geht mir seit dem Einbruch letzthin wieder etwas besser. Die Schrauben spüre ich zwar immer noch ein wenig, aber ich komme gut über die Runden. Was mich am meisten stört ist, dass ich bemerke, dass meine Muskelmassen an den Beinen immer wie mehr zurück gehen und auch meine Oberarme sind im Visier des Abbaus, da ich keine richtigen Liegestützen machen kann. Da liegt jede Menge Arbeit vor mir. Aber ich denke, egal welchen Weg, es wird mir gelingen eine annehmbare Strasse zu finden. Nun habe ich alles was ich brauche.
Am letzten Samstag, besuchte ich meine Expo-Familie und ich war nach diesem Tag einfach nur noch erledigt. So viele Eindrücke und so lange unter Menschen war ich schon lange nicht mehr. Es war etwas zu viel, aber genauso wunder, wunderschön. Ich freue mich immer wahnsinnig auf meinen Expo-Papi. Eigentlich kenne ich ihn noch nicht so lange, aber er gehört einfach dazu. Er ist ein Schatz und baut mich immer wieder auf. Eine 2. Familie im Welschland. Wer kann das schon sagen. Am Morgen als ich ankam, gingen meine Expo-Mama, Expo-Papi, Ich und sein geliebter VW-Bus(er sammelt solche Exemplare mit Liebe) nach Bellevue. Einer der schönsten 10 Orte der Welt, so wie mir gesagt wurde. Ich kann euch sage, das war ein reinster Traum dort. Gut, der Ort bestand aus 5 Sterne Hotels, teure Restaurants und Villen an Villen, aber bei dieser offenen Terrasse bei einem Restaurant mit diesem schönen Ausblick, war das so was von egal. Man sollte unbedingt in seinem Leben diesen Ort einmal aufsuchen. Es lohnt sich, ich schwöre es!
Dann ging es auf einen Berg! Jaa auf einen Berg! Mit dem VW-Bus. Ich starb fast dabei, Grund: Herzinfarkt. Ich hasse Wald und Bergstrassen. Dies Kurven und engen Strassen, lassen mich jedes Mal wieder innerlich verzweifeln. Dann würde ich am liebsten selber fahren,- denn dann würde ich sofort den Schlüssel ziehen und hochlaufen. Der Berg nannte sich ‚dent de jaman’,- ich hoffe es stimmt wie ich ihn benannt habe... . Wir gingen natürlich nicht hoch, aber genau unter dem Aufstieg zum Berg hatte es ein nettes Bergrestaurant. Dort assen wir Mittagessen. Der Aufstieg mit dem Auto war mehr als unangenehmen. Wie gesagt, spielten meine Nerven verrückt und zum anderen war der Druck für den Fuss absolut nicht das Wahre. Als wir oben ankamen, war aber alles wieder paletti.
Nach dem nervlich-kaputt-machenden Abstieg mit dem Auto, spürte ich die Müdigkeit. Um diese Zeit, am Nachmittag ist eigentlich mein Grossmutterschläfchen an der Reihe, aber ich wollte doch die Zeit mit meiner Expo-Familie geniessen, also versuchte ich durchzuhalten. Wir fuhren durch die Stadt Montreux, diese Stadt ist absurd und grässlich. Mein Expo-Papi sagte, dies sei das Monaco der Schweiz und am See gäbe es schöne Aussichtspunkte. Glaube ich sofort, aber ehrlich gesagt, kann man auch von anderen kleinen Städten am Lac léman schöne Aussichtspunkte haben. Was vorallem an dieser Stadt noch am ehesten echt war, waren die künstlich gepflanzten Palmen. Alles überteuert, die Menschen liefen mit Gucci und Versace Kleider durch die Strasse und wenn nicht, vielen diese Menschen mehr als auf. Nicht zu vergessen die Pelzmäntel, die aufgespritzten Lippen und die gemachten Busen. Meine Lieben, es war am Nachmittag und ein solcher Anblick konnte ich an jeder Strassenecke beobachten, nicht zu vergessen die schleimig übergelten Mercedes und BMW fahrenden Männer welche mit einer 40 jährig jüngeren Frauen unterwegs waren. Meine Güte und ich dachte dies gäbe es nur im Fernsehen. Iiiiiiiiiiiiiiiiii.
Neben Montreux machten wir kurz einen Stopp und gingen in einen Innenhof eines Schlosses. Kurze Aussicht über den Genfersee, etwas zu trinken und weiter ging es. Auch das war wirklich schön.
Wir fuhren in ein Nachbarsstädtchen von Lausanne. Dort wollte mir mein Expo-Papi seine Sammlung an VW-Büsschen zeigen. Früher hatte er mehr heute sind es gesamthaft ’nur’ noch 3 plus einen super tollen Töff. Eine Sportmaschiene. Ich war sofort verliebt. Nach diesem Autorundgang ging es wieder zu meiner Familie zurück nach Hause und mein Expo-Papi und ich hörten Musik. Er hat eine tolle Musikanlage und lässt bei toller Musik die Lautstärke auch dementsprechend lauter erklingen und ich dachte immer ich sei die Einzige bei welcher die Musik nicht genügend laut ertönen kann(ein weiterer Grund warum ich wahnsinnig gerne in den Ausgang geheJ). Mein Expo-Papi ist ein grosser Fan von original und ungefälschten Studioaufnahmen und eben so ein grosser Fan von Elvis Presley. Viele Lieder hörten wir von ihm. Weiter hörten wir einige Stücke von den Beatles, wobei ich bemerken musste, dass die Lieder bevor Ringo Star in den Ring stieg mir nicht gefallen, weil ich sie als eher schlechte Covers von Elvis Presley warnehme. Kein Wunder! Die Beatles waren riiiesen Fans vom King of Rock. Der eigene Stil bekamen sie erst als sie richtig komplett waren und sie den einzig waren Brian Epstein als Produzent bekamen. Dies ist meine Meinung dazu.
Später gab es Abendessen, aber ehrlich gesagt, hatte ich vom deftigen Mittagessen und durch meine Müdigkeit kaum mehr Hunger, obwohl das Essen wirklich gut war. Das mag ich nicht, wenn ich nicht fertig essen kann. Zum Glück nahmen sie es mir nicht böse.
Am Schluss bekam ich noch den Teddybär zu Gesicht, welcher mein Expo-Papi schon seit der Geburt hat. I.Ö war der süss. Kaum mehr Haare dran, aber er schien glücklich.
Danach suchte ich mir einen Zug heraus, weil ich wirklich kaputt und müde war und ging um viertel nach 9 Uhr auf den Zug wieder nach Hause. Ich war froh, denn ich konnte wirklich nicht mehr. Ja mein Körper braucht nun einfach ein wenig Zeit. Der Tag war trotzdem wunderschön und ich genoss es wieder mal meine Expo-Familie zu sehen. Sie sind wirklich toll. Danke 1000 Mal für diesen schönen Tag. J
Ansonsten gibt es kaum etwas Spannendes zu erzählen. Ich bin trotz Verletzung immer noch schusselig wie am 1. Tag. Ich verstecke nun noch zusätzlich meine eigenen Stöcke oder finde meine Medikamente nicht, welche eigentlich vor meiner Nase wären. Ich schone mich auch was Schmerzen anbelangt nicht. Türkanten, die Ecken der Wände oder Stühle welche mir im Weg sind, dies knallt alles gegen mich ab und zu. Auch bin ich trotz meines invaliden Daseins, keinen Schritt besser was die Pünktlichkeit mit der SBB anbelangt. Nur habe ich nun einen trifftigen Grund genervt zu sein über die SBB und zu fluchen, schliesslich bin ich gehbehindert,- zur Zeit! Anstatt 3 Minuten(mit Springen) habe ich nun im Stock-Schnellzugtempo 5.5 Minuten an den Bahnhof. Leider weiss ich das und bevorzuge daher die überpünktliche Variante. Auch in Krüppelverfassung lernt Elsbeth keinen Stock dazu. Es gibt aber auch einen Vorteil: Die Trottoirränder, sind zur Zeit nicht mehr so verhasst. Da ich viel an den Boden schauen muss, wegen dem Fuss, fallen mir diese doch tatsächlich auf. Auch Löcher oder unebene Wege realisiere ich zur Zeit. Leider bleibt da nicht mehr so viel zum Träumen, daher leiden die Chefs(Ticketkontrolleure im Zug) darunter. Ich schaue viele Male aus dem Fenster im Zug und bin in einer anderen Welt. Schon einige Male musste mich ein Chef aus meinen Träumen mit einem kurzen Schütteln meines Armes entreissen. Entschuldigung es gibt einfach Dinge an mir welche nicht veränderbar sind.
Ich wünsche allen einen schönen Altweiber-Sommer.
Liebe Grüsse
Elsbeth
Warum gibt es eigentlich keinen Altmänner-Sommer?
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AntwortenLöschenI am waiting for the next step.