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Mittwoch, 21. September 2011

It's like it is...

Ich werde euch von der letzten ereignisreichen Zeit berichten. Für das sitze ich (endlich wieder) seit langem in meinem geliebt- überteuerten Starbuckscafé in Zürich und Luzern und fühle mich seit langem wieder etwas wohler. Ja der Kaffeegeruch ist für die nicht Kaffeetrinkende nur Kaffeeschnüffelnde Elsbeth wahre Medizin. Weiter sass ich viele Male auch einfach nur vor dem Lapi und konnte nicht weiter schreiben. Es waren zu viele Gedanken in meinem Kopf und ich war traurig und wusste mich nicht wo einordnen. Heute Abend hörte ich jemanden sagen; egal ob man springt und das Gefühl hat jemanden fängt einem auf oder man die Hand von jemandem halten möchte, es kann sein, dass niemand da steht oder auch niemand deine Hand halten möchte.. das Leben ist noch nicht vorbei. Unten wartet ein Sicherheitsnetz, dass nur darauf wartet gebraucht zu werden. Ich habe heute gemerkt, dass ich nicht den Fall scheuche sondern das Netz. Hält es? Nur wenn man Menschen an seiner Seite hat, welche die gleiche Wertschätzung schätzen. Mein Sicherheitsnetz hält einiges aus, nur mein Kopf möchte gerne alles Selber bestehen. Ich bin nicht einfach.

Donnerstag, den 1. September.

Da muss ich etwas ausholen. An diesem Tag meldete sich ein Mensch, an welchen ich trotz allem sehr viel denken musste. Albert. Ich weiss, es war meine Idee ihn in die Wüste zu schicken und diese Entscheidung als gut zu empfinden, trotzdem lies er mich in Gedanken nicht los. Manchmal konnte ich die Gedanken abstellen in dem ich an seine „Kolleginnen“ dachte oder an seine gewollte Naivität, manchmal half alles nichts und ich träumte von ihm. Ich musste mir leider eingestehen, dass ich ihn etwas vermisste. Da mir aber die OP zu setzte und ich mehr und mehr Angst hatte, verschwanden die Gedanken um Albert etwas. Wie aus dem Nichts schrieb er 1 Tag vor der OP also heute eine SMS mit den Worten; „was machst du? Musste an dich denken.“ Das wars. Ich war überrascht und teilte dies ihm per SMS auch mit. 1.5 Stunden später rief er mich an und wir telefonierten 2 Stunden miteinander. Er stellte meine Gefühlswelt ein weiteres Mal regelrecht auf den Kopf. Das Gespräch war eigentlich gut, aber trotz allem blieb ein fahler Nachgeschmack. Er konnte mir nicht erklären warum er sich gemeldet hatte und erklärte dies so, dass er halt einfach so ist und sich nichts dabei gedacht habe. Sogar für ihn eine ziemlich schlechte Erklärung. Ein weiteres Mal wollte er mich durch seine gewollte Naivität um den Finger wickeln. Ich finde dies überhaupt nicht respektvoll geschweige denn freundlich. Was will er eigentlich wirklich? Ich komme mir vor als sucht er eine Marionette, welche ihm seine übertriebene Wirkung abkauft und dies als absolut supa dupa toll empfindet. Vergiss es. Durch deine gewollte Wirkung hast du mich verletzt und ich finde langsam aber sich will ich Antworten. Warum ist er so? So strohdumm wie er sich verkauft, ist er nicht, so viel Menschenkenntnis habe ich dann doch noch. An diesem Abend war es ein hin- und her mit den Gefühlen. Zum einen Albert und zum anderen die morgige OP.

Freitag, den 2. September 2011

Der OP- Tag war gekommen. Um 5 Uhr musste ich aufstehen...nach gerade Mal 2 Stunden Schlaf. Dies legte ich mir extra so zu recht, denn schlafen konnte ich eh nicht. Also war putzen und waschen angesagt. Um 6 Uhr wartete ich unten auf meinen Bruder Pit. Ich war um einiges erleichtert, dass jemand da war. Er schenkte mir auf dem Weg ins Spital einige Male ein Lächeln. Das tat gut und ich konnte es etwas vergessen. Als wir ankamen und ins Spital liefen, hatte ich das Gefühl, dass er noch mehr Schiss hatte als ich selber. Er meinte nämlich, dass er noch nie in einem Spital war und er hier nicht gerade ein gutes Gefühl habe. Als die Frau an der Rezeption meinte, dass wir uns verabschieden müssen, da ich auf die Aufwachstation eintrete und dort niemand zugelassen ist freute er sich mit einer riesen Erleichterung, dass er gehen durfte. Ich denke wirklich, er hatte mehr Schiss als ich und glaube er bemerkte dies gar nicht!, -dass sein Herz aber in den Hosen lag, beruhigte mich ungemein. Mein Pit ist ein Schatz.

Auf der Aufwachstation angekommen, musste ich mich sogleich umziehen und ein unglaublich sexy Nachthemd anziehen und am nicht operierten Bein bekam ich ein noch mehr sexiernen Stützstrumpf, welcher mir bis Ende des Oberschenkels reichte. Nach dem Spital werde ich umgehend meine Garderobe ändern, bin absolut inspiriert worden.

Im OP selber war es sehr kalt und alle waren eigentlich ziemlich freundlich bis auf eine Deutsche. Die war grob und schützte die Intimsphäre auf gut Deutsch am Arsch. Die war so freundlich wie diese 2 deutschen Dämchen beim MRI. Nun gut. Ich legte mich kurz mit ihr via Gestik an und so lies sie mich dann in Ruhe. Ich bekam die Maske und gab mir alle Mühe nicht einzuschlafen. Tatsächlich funktionierte es etwas. Nach einer Weile fragte der Narkosearzt ob ich noch nichts spüre. J Ich zuckte mit den Schultern, doch eigentlich drehte mein Kopf, aber zum Einschlafen war es mir eindeutig nicht zu Mute. Ich hatte einfach wahnsinnig Angst. Als sie mir dann das zusätzliche Schlafmittel intra-venös reinliessen, liefen mir 1,2 Tränen über die Wangen und mein Arm zitterte wahnsinnig. Meine Güte brennte das Zeug, es fühlte sich so an als würde jemand mein Arm Stück für Stück abbeissen. Danach war ich weg.

Ich kann mich nur noch teilweise und nur mit Sekundenbilder an die Aufwachphase erinnern. Es war wenn ich daran zurück denke furchtbar. Die OP verlief anscheinend gut, aber so richtig erinnern kann ich mich erst ab dem nächsten Tag. Ich hatte wahnsinnig Schmerzen, immer wieder mehr und mehr, das weiss ich noch. Ich zitterte am ganzen Körper, aber ich konnte, weil ich zu früh aus der Narkose erwachte, mich einfach noch nicht ordnen und hatte noch keine Kontrolle über meine Sprache. Ich konnte mich nicht äussern und so war aus meinem Zimmer immer wieder ein winselnder Hund zu hören . Sie versenkten mich mit Schmerzmittel. Ich kann euch sagen, diese Schmerzen waren grauenhaft. Nicht einmal Opiate welche sie mir gaben, halfen gegen die Schmerzen, sondern diese versenkten mich nur immer wieder und wieder, voll der drug-junky. Als ich dann vom Aufwachraum in mein Zimmer verlegt wurde, bekam ich noch zusätzlich eine Schmerzpumpe,- ein Schlauch welcher direkt in eine Vene ging und über diesen Schlauch lief ein Opiat rein. Ich konnte wenn immer wieder Schmerzen kamen einfach ein Knopf drücken und so versenkte ich mich selbstständig immer wieder.

Durch meinen Trip nervte ich die Schwester im Aufwachraum, weil ich auf sitzen wollte, da ich fühlte, dass ich meinen Körper absolut nicht unter Kontrolle hatte. Auch fragte ich immer wieder wann ich auf die Station gehen darf, darauf antwortete sie, wenn ich keine Schmerzen mehr habe. Meine Antwort darauf: „Gut, dann habe ich ab sofort keine Schmerzen mehr“. Um mich im nächsten Moment im Bett wieder zu krümmen und zu zittern, da mich die Schmerzen fast auffrassen. Meine erste Erinnerung welche ich nach der OP habe, ist; dass ich fragte wo das WC ist und sie meinte darauf, dass sie mir den „Topf“ bringen würde. Ich: „Ich muss nicht aufs WC.“ Es grauste mir, auf einen solchen Topf zu gehen, entweder WC oder dann halt gar nicht,- war meine Devise. Eigentlich musste ich gar nicht zur Toilette, aber mein erster Gedanke als ich aufwachte, galt dem verhassten Topf, bei welchem mich keine 10 Pferde darauf gebracht hätten. Da sie mir mit dem Topf drohte, war meine Anfrage um auf das WC zu gehen ab dem Moment gleich null.

Der Arzt kam anscheinend auch noch vorbei. Ich kann mich aber kaum mehr daran erinnern, nur noch an die Worte, dass die OP gut verlief. Mir war das in diesem Moment so egal, meine Güte war ich auf einem Trip.

Zur Diagnose. Das Ringband, welches die Sehne,- welche über den Innenknöchel entlang zieht,- hält, war nicht der queren Weg sondern der Längsweg verrissen plus riss ich meine Knochenhaut an. Sie mussten mir die Wunde an der Knochenhaut erneuern und bekam noch zusätzlich 2 Schrauben eingesetzt, welche ich ein Leben lang in mir drin haben werde. Logisch schmerzte dies so enorm. Erneuerung der Wunde am Knochen... ouch!

Ab 3 Uhr am Nachmittag, verschoss ich mich im Stundentakt mit der Schmerzpumpe. Um ca. 4 Uhr kam eine Frau,- ich habe keine Ahnung mehr wer das war und was sie von mir wollte, auf jeden Fall gab sie mir die Brechschale her, weil es mir speiübel war. Ich läutete der Schwester und sie wollte mir sogleich etwas bringen, als sie wieder kam, war alles schon vorbei. Jaja wenn Elsbeth etwas mitmacht, dann eben richtig. Als das Nachtessen kam, hätte ich mich sogleich ein weiteres Mal übergeben können. Ich konnte es nicht riechen, nicht sehen und schon gar nicht essen. Obwohl das Essen beim ganzen aufenthalt wirklich gut war.

Ich fühlte mich sehr alleine und war sehr unruhig. Am Nachmittag als ich meine Mama am Telefon hatte, sagte ich, dass es gut sei, wenn sie nicht komme, ich brauche Ruhe. Iwooo.... ich fühlte mich wahnsinnig verlassen. Wenn man sich kaum bewegen kann und nur auf einem Punkt liegt, fühlt man sich in 4 Wänden wahnsinnig eingesperrt und einsam. An dieses Gespräch mit meiner Mutter kann ich mich übrigens kaum mehr erinnern.

Ich denke es war um die 7 Uhr am Abend, als ich wieder hörte, dass jemand reinkam. Sooo nun ratet mal wer da war??? Albert. Er blieb bis vor Mitternacht bei mir. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie dankbar ich ihm war, dass er einfach da war. Ich war natürlich immer noch völlig benebelt und hatte absolut keine Kraft noch Ängste gegenüber anderen Menschen zu pflegen, sondern nahm ohne wenn und aber alle Liebe, Fürsorge etc. an welche ich bekam und war wahnsinnig froh darum. Ich kann mich daran erinnern, dass ich Albert bat sich zu mir in Bett zu legen. Ich lehnte mich an ihn, nickte ab und zu ein und spürte wie froh mein Herz darüber war, dass er da war. Ich hätte es absolut nicht für möglich gehalten, dass er einfach so gekommen wäre. Ich werde ihm nicht vergessen, dass er da war, als ich jemand dringend gebraucht habe,- ohne zu fragen, ohne etwas zu wollen,- er war einfach da. Von Herzen vielen, vielen Dank, dies hat mir sehr viel bedeutet. Ich vergass in diesem Moment meine Unsicherheit gegenüber ihm. Ja das ist eben das Problem an ihm,- er hat das Herz am richtigen Ort. Wenn er bei mir ist, verspüre ich absolut keine Angst, ist er aber weg, mache ich mir monströse Gedanken um ihn. Ich kann mich an diesen Abend nicht mehr zu 1000 Prozent erinnern aber mein Gefühl sagt mir, dass es gut war. Alber äusserte netter Weise noch neben bei, dass ich richtig lieb sei!...tsts das waren die Medikamente!

Um 11 Uhr an diesem Abend kam eine Krankenschwester herein und verabschiedete sich,- Dienstende. 5 Minuten später kam sie wieder und fragte ganz schockiert nach, ob ich eigentlich schon mal auf der Toilette gewesen war. Nööö! Ich streikte innerlich immer noch gegen den Topf. Natürlich war ihr erster Vorschlag, dass sie mir den Topf bringe. Mein dicker Kopf feierte sein Comeback und verhalf mir so zum WC. Sie holte einen sogenannten WC-Rollstuhl. Ich setzte mich hin und sie fuhr mich in die Toilette raus. Ich sollte auf diesem Stuhl mein Geschäft verrichten??? Nene!!!! Als wir in der Toilette waren, sagte ich; wenn wir schon hier sind, kann ich auch aufs WC sitzen, ich verspreche ich stehe nicht auf den Fuss! Die Schwester hatte ziemlich Angst um meinen Kreislauf, wegen den vielen Medikamenten, aber ich durfte trotzdem. Vor dem WC drehte ich mich um und sie wollte mir sogleich bei den Hosen runterziehen behilflich sein. Nee!!! Tschuldigung! Meine Intimsphäre ist riesig und bevor ich das Gras nicht von unten wachsen sehe, werden die Hände von mir gelassen. Dafür schätze ich mich zu sehr und wahre meinen Stolz gut behütet. ICH entscheide selber, wer mir nahe kommt. Da kann die Krankenschwester noch so nett sein; FINGER WEG oder ich beisse! Da sass ich nun auf meinem heiss geliebten WC und bemerkte, dass mein Blasenvolumen nicht von schlechten Eltern war. Ja stellt euch vor um 7 Uhr morgens war ich das letzte Mal auf dem WC, im ganzen Tag verteilt bekam ich knapp 2 Liter Flüssigkeit und erst um 11 Uhr abends konnte ich das nächste Mal auf die Toilette. Bestes Beispiel dafür wir stur, hart und absolut unverbesserlich mein Dickschädel wirklich ist. NO WAY!!!

Als Albert ging, war ich wieder alleine und die schlimmste Nacht meines Lebens begann. Wenn man denkt die schlimmsten Nächte seien diese, bei denen man mit dem Gedanken einschlafen muss einen geliebten Menschen verloren zu haben, der irrt. Dort weint man sich in den Schlaf und der Körper ist völlig erledigt, so dass man die ganze Nacht tief und fest schläft. Weinen ist anstrengend! Im Spital vergass ich das richtige Weinen, denn ich vergass wo meine Tränendrüsen lagen,- JAAA!!! So verschossen war ich! Um 3 Uhr in der Nacht, gab es eine Nachtübung in meinem Zimmer. Meine Infusion lief para, sprich; das Röhrchen in der Vene verlagerte sich ins Gewebe und so ging die ganze Flüssigkeitkeitszufuhr welche ich bekam, in meinen rechten Arm ins Gewebe. War sehr amüsant, dies an sich selber zu sehen und nicht immer an anderen. Ich hatte einen Wasserarm und eine Wasserhand. Sah ungemein gut aus. Nun wurde mein linker Arm für eine Infusion geschändet. Die Frau hatte es aber gut im Griff und stach in einem Mal in die Vene ohne zu manipulieren und im Gewebe rumzustechen. Ich bedanke mich.

Als das Licht wieder ausging hatte ich gar keine Freude. Nun konnte ich nämlich die Zeit wieder zählen. Aarau hat eine sehr angenehme Krichenglocke. Die läutet alle 15 Minuten (egal ob 2.15 Uhr Morgens oder 4.30 Uhr), genau immer um die Zeit wo mein Körper sich dazu entschloss, es doch nochmals mit Schlafen zu probieren. Ich kann mich an keine richtige Schlafphase in dieser Nacht erinnern.

Als der Morgen dann Gott sei Dank kam, war ich mehr als gerädert. Ich kann euch sagen, meinem Kopf war es zu Mute wie nach einer Partynacht mit mindestens 12.5 Promille Alkohol im Blut. Die Schmerzen gingen weiter und ich hatte langsam das Gefühl, dass das Opiat in der Schmerzpumpe langsam aber sicher eine viel zu kleine Dosis mit ins Blut abgab. Ich war wahrscheinlich abgehärtet vom Tag zuvor. Das Morgenessen kam und nur widerwillig ass ich mein gewünschtes Brot. Ich hatte absolut keine Lust auf Essen und nur schon der Gedanke daran lies mir übel werden. Stellt euch dieses Chaos mal vor: Elsbeth wollte nicht mehr essen!

Der Morgen verging nur mühselig. Der Arzt kam vor dem Mittagessen und zog mir mein Schlauch aus der Wunde raus, welcher Wundsekret und Blut absaugt, so dass die Wunde frisch bleib und sich kein Bakterienurwald einnistet. Uuuuhh wäää, ich fühlte richtig wie dieses Röhrchen durch mein Wundgewebe glitt. Das tat weh...und im gleichen Moment eröffnete mir mein Arzt, dass das Ziel wäre, dass die Infusion plus Schmerzpumpe am nächsten Tag sofern dies der Zustand erlaube, weggenommen werde. Neeein bittee nicht! Lasst mir meine Drogen. So kann ich wenigstens für einen Moment alles etwas vergessen! Nun gut, die Schmerzen wurden im Verlaufe des Tages etwas besser.

Nach dem Mittagessen(es gab Fisch), lag ich flach im Bett und es war mir übel. Erbrechen konnte ich jedoch nicht.

Um ca. halb 3 Uhr am Nachmittag bekam ich Besuch. Meine Schwester Regula und meine Eltern kamen vorbei. Da ich noch Bettruhe hatte excl. WC!!!!!, musste ich halt im Bett bleiben, aber ich war froh, sah ich verwandte Gesichter. Meine Eltern nahmen mir gutgemeinte Geschenke mit; einen Teddybär/Schweinchen/Kuh/Hund,- man weiss es nicht so genau(der heisst jetzt Freddy),- plus Gummibärchen und Ü-Eier. Im Normalfall wären diese Süssigkeiten innert 10 Minuten tot gewesen, aber ich hatte einfach keine Lust mehr. Das war sooooo traurig!!! Später kam dann noch eine Freundin vorbei und mein Tischchen häufte sich allmählich mit Blumen bei denen ich wusste, dass ich in maximal 1 Woche weinen werde um die armen, toten, verwelkten Blumen. Das Abendessen kam und ich ass wenig von meinem bestelltem Birchermüesli in der Hoffnung, dass ich wieder auf den Geschmack käme. Mir war aber von den Medikamenten speiübel. Besser wurde es nicht. Nach dem Nachtessen und schon vorher war ich etwas am hoffen und plangen.... würde Albert wiederkommen? Ja ich hatte ihn tatsächlich vermisst, aber in dem selben Moment verspürte ich eine gewisse Angst und Ungewissheit, ich erinnerte mich daran warum ich mich damals von ihm verabschiedet habe... wegen seiner Naivität und wegen seinem Ich welches ich nicht kennenlernen durfte.. . Das Gefühl der Freude falls er wiederkäme war aber definitiv im Übermass. Um die halb 9 Uhr am Abend war er dann plötzlich da und ich würde lügen wenn ich nicht sagen könnte, dass mein Herz mindestens 2 Mal gehüpft ist. Meine Güte, ja Herr Gott nochmals er hat was an sich und das macht mich manchmal wahnsinnig. Wir schliefen beide etwas ein und kurz vor Mitternacht ging er wieder. Da wissen die Forscher und Wissenschaftler so wahnsinnig viel über Medikamente etc. aber einen Menschen welcher dem eigenen Herzen gut tut(auch wenn ich das überhaupt nicht gerne zugebe und ich mich dementsprechend dagegen sträube) ist definitiv genauso wirkungsvoll wie jenste Opiate. Übrigens benannten die Krankenschwestern Albert als mein PARTNER! Ich und ein „Partner“?? Entschuldige Albert, das geht absolut nicht gegen dich, aber innerlich lag ich am Boden und krümmte mich vor lachen.

Nach Albert wäre schlafen angesagt gewesen, aber es war mir übel, unwohl, mir tat das Liegen weh und ich hatte Schmerzen im Fuss. Es war der Albtraum pur. Aber gut, nicht mehr zu vergleichen mit der 1. Nacht. Ich werde meinen Grossnichten noch davon erzählen. Um 3 Uhr in der Nacht erwachte ich wieder und wollte mich mit der Schmerzpumpe ein weiteres Mal versenken, das ging gründlich schief. Die Infusion lief wieder para und das Röhrchen lag wieder im Gewebe drin anstatt in der Vene und das ganze Opiat ging in mein Unterarmgewebe, das brannte wie bei der Narkose. Ich machte das Licht an und sah, dass meine Haut total gesprengt aussah. Rot, voll mit Striemen, total ledrig und das Zeug in meinem Gewebe brennte und juckte ungemein. So startete eine weitere Nachtaktion. Diesmal stachen sie mich aber nicht mehr neu, sondern nahmen mir die ganzen Infusionen inkl. Schmerzpumpe weg, weil dies ja sowieso das Ziel gewesen wäre, dass es raus kommt. Danach bekam ich eine Spritze mit Opiaten in den Oberschenkel gespritzt und das war wirklich top. Ich konnte danach etwas schlafen und die Schmerzen vergingen tatsächlich etwas. Ab dem nächsten Tag bekam ich alle Schmerzmittel via Tabletten und mein Körper hatte das gut im Griff, es war viel besser geworden. Das grössere Übel war die Übelkeit. An der zerrte ich noch lange danach, ich nahm innert 5 Tage Spitalaufenthalt 3.5kg ab. Das fand ich gar nicht gut. Zu schnell aufs Mal.

Am darauf folgendenden,- also am 3. Spitaltag hatte ich keine Schläuche mehr an mir und durfte so umher gehen, einfach ohne abstehen und das Beste; endlich duschen!!! Ich sass zwar wie eine alte Frau auf einem Hocker in der Dusche, aber egal. Man tat das gut.

Am Nachmittag kam meine fast ganze Familie, sprich 5 von 6 Personen. Wir gingen ins Café runter und ich hätte bei jedem essenden Menschen den Teller am liebsten weggeworfen, ekelten mich die essenden Leute an. Nicht lange war es mir wohl im Café und so gingen wir nach einer guten Stunde wieder hoch. Noch weiterer Besuch kündigte sich an meine Bruder Pit kam dazu. Mensch hatte ich Freude. Meine Familie verabschiedete sich nach Pits Ankunft kurze Zeit später. Regula blieb noch da und Pit erzählte uns Geschichten aus seinem Leben. Es war wirklich schön und ich genoss es sehr. Meine Schwester Regula blieb noch bis nach dem Abendessen und ich kann euch sagen, es war mal schön nicht alleine essen zu müssen. So ass ich etwas mehr.

Pit kam an diesem Abend leider nicht. Und so hatte ich an diesem Abend jede Menge Zeit Räubergeschichten über ihn auszudenken um Gründe zu haben, wenn ich mich wieder aus dem Staub mache. Mir ist einfach bewusst, dass wenn ich ihn noch näher an mich ran lasse, er mich sehr verletzen wird durch seine Art oder besser gesagt durch seine Wirkung und seinem Verhalten. Wenn ich gewusst hätte...

Die Nacht verbrachte ich mit Schmerztabletten und ekligem Sirup gegen die Übelkeit. Aber es war mehr aushaltbar als auch schon.

Der Montag war mehr als langweilig. Kein Besuch, nichts was irgendwo aufregend gewesen wäre und immer wieder aufbrausende Gedanken an Albert. Am Nachmittag kam die Physiotherapie zu mir und ging mit mir und meinem neuen Freund „der Schuh“ (geht auf Google und gebt „Aircast SP Walker“ ein, dort könnt ihr diesen Schuh mal ansehen) einige Schritte. Dieser wunderschöne, angenehme, beste, modischste und kultigste Schuh, DARF ich nun mind. 6 Wochen tragen. Die Freude ist ganz meinerseits. Ich weiss, wir werden gute Freunde und nach 6 Wochen werde ich ein Freudenfeuer für meinen besten Schuh veranstalten. Weggg!!!!

Am Abend war dann wieder Albert Thema Nummer 1 in meinem Kopf. Ich rief ihn an und sagte ihm, dass es keine gute Idee wäre und sagte dann auf Wiedersehen. Im nächsten Moment bereute ich es wahnsinnig, aber ein solcher Mann würde einfach nicht zu mir passen. Man weiss nie was er fühlt, denkt, was teilweise seine Einstellungen sind und woher oder warum er sich teilweise gegenüber etwas so oberflächlich, abgeschottet und unantastbar verhält, das halte ich im Kopf nicht aus und frage mich dann ernsthaft, was er mit seinem Verhalten bezwecken will, zu krass! Einmal hat man das Gefühl er denkt etwas weiter als andere, ist engagiert und lebt im hier und jetzt und ist erreichbar und dann kehrt er wie die Seite und man sieht in ihm ein Mensch welcher einfach mit anderen umher spielt, eigentlich weiss was er tut,- aber sich in seiner Naivität behaupten will, was versucht er zu verbergen?? Irgendetwas gibt es in seinem Leben was gewaltig schief gegangen ist oder etwas was ihn belastet oder schwerfällt darüber zu reden und dies kompensiert er dann mit seiner gewollten Naivität!?! Nun gut nach dem Telefonat sollte er mal wieder aus meinem Leben gestrichen sein... . Später versuchte ich ihn zu erreichen, denn irgendwie stimmte es für mich dann doch nicht so ganz. Leider nahm er nicht ab. Am nächsten Morgen an meinem Austrittstag meldete er sich wieder und wir schrieben wieder miteinander. Seither haben wir wieder Kontakt und ich nahm mir vor, bevor ich ihn in die Wüste schicke und wieder Panik bekomme; werde ich mich melden und ihm sage, dass ich gerade wieder wunderschöne Gedanken über ihn bekommen habe, 1 Mal war es soweit und so wurde verhindert, dass ich ihn wieder in die Wüste geschickt hätte. Gute Strategie. Ich verstehe nicht ganz, warum er nicht ganz fern von mir bleibt. Er ist,- wie ich finde,- ein sehr attraktiver Mann, hat eine warme Ausstrahlung und ich bin mir sicher, es gäbe da Draussen 100te von Frauen welche Schlange für ihn stehen würden, warum kommt er immer wieder zu mir??? Ach herje, würde mich doch mal langsam aber sicher interessieren wie ich auf Menschen wirke, bei denen ich eben doch etwas mehr spüre als eben nur gern haben... . Ich bin ein guter Beratungscoach, aber ein völlig ausgelieferter Looser wenn es ums selber machen geht, den Weg kann ich jedem Beschreiben und gebe gerne Hilfestellung, aber selber... ich sag da mal nix mehr, denn manchmal muss ich ab mir selber lachen. Ich inszeniere geradezu eine Seifenoper. Ich bin eben eine reinste Katastrophe. Aus Nettigkeit hatte ich dies vorgängig schon mal Albert erzählt. Ich kann Leute abschätzen und fühle gut, geht es aber um mein eigenes Leben stehe ich still und fühle absolut rein gar nix und weiss nicht was ich tun soll.

Zu etwas absolut Klarem und Schönen: Meine Spitalentlassung,- die fühlte sich ähnlich an wie die Militärentlassung. Um 6 Uhr am Morgen war ich startklar und musste nur noch 4 Stunden warten, bis der Abholdienst kam. Solche Wartereien hasse ich wie die Pest. Da fühlen sich 10 Minuten wie 30 Minuten an und nach jedem Uhr-Blick fliegen schönste Fluchwörter imaginär einmal um die Welt! Push button!

Mein grosser Bruder kam kurz vor 10 Uhr und trug meine Sachen zum Auto. Meine Mum welche auch mitkam, nahm Bella die 2 mit. Dieser Hund ist einfach absolut mein Ein und Alles. Als ich sie dann endlich sah, war die Welt endlich wieder etwas besserem geweiht,,- rein vom Gefühl her,- gell!! Wir fuhren zu mir nach Hause und gingen sogleich zur Apotheke all die benötigten Medikamente und Verbände holen. Danach ging es zu meinem lieblings Kebapstand. Irgendwie wollte ich einfach etwas essen, was es im Spital bestimmt nicht gegeben hätte und mein Bruder hatte sowieso einen riesen Hunger. Das Essen war wie immer ok. Aber so grosse Lust hatte ich immer noch nicht. Nach dem Essen nahm ich pflichtbewusst meine Medikamente ein und nach 20 Minuten war es mir wieder speiübel. AHAAA!!! Ab sofort nahm ich nur noch das Medikament was ich unbedingt nehmen MUSSTE! Und nichts anderes mehr. Ich hatte die Schnauze voll. Eine Elsbeth welche nicht gerne isst. Da stimmt einfach was nicht!!!! No way! Schon im Spital wechselten sie immer wieder die Schmerzmittel, weil es klar war, dass diese mir Übelkeit bereiteten.

Eigentlich wollte ich mit meiner Mum und meinem grossen Bruder einkaufen gehen, aber ich war nach dem Essen gerädert und mir war es wieder so übel, so dass sie alleine einkaufen gingen und das Beste; Bella die 2. blieb bei mir Zuhause. Es war soo schön, dass sie bei mir war meine Kleine. Nach dem Einkaufen gingen sie dann später nach Hause und ich war froh hatte ich wieder etwas Ruhe. Nicht weil sie gestört hätten, ich ertrug es zu dieser Zeit einfach nicht so gut. Kleinigkeiten trieben mich teilweise innerlich zur Weisglut, obwohl keinen Grund dazu bestand,- ich musste mich einige Male zusammenreissen. Ich denke dies kam vom Schlafmangel.

Ich jammere ja eigentlich ständig und immer darüber, dass ich nicht gerne „nach Hause“ gehe. Ich kann euch sagen, ich habe mein Bett, Stuhl, Tisch, WC, Küche, Balkon, Punkteteller, meine Pflanzen, und alles sonstige was in meiner Wohnung steht einfach wahnsinnig vermisst!!!! ALLES! Ich fühlte mich richtig wohl zu Hause. Es war perfekt. Ich zündete all meine Kerzen an( hab ich schon erwähnt? Ich bin ein Vanille-Duftkerzen-Süchtiger), verkroch mich in mein Bett, schaute TV,- zufällig liefen gerade 2 meiner Lieblingsserien „the big bang therory“ und „the bill cospy show“,- und ich war rund um glücklich. Sogar mein Kissen hatte ich vermisst, obwohl ich es seit ca. 74 Jahren nicht benutzt habe. Trotz der Übelkeit und die Schmerzen im Fuss, ich war einfach nur froh Zuhause zu sein. Meine Güte ich hätte so lange ich das Kissen schon nicht mehr benutzt habe darauf gewettet, dass kein Tag vergeht wo ich wunschlos glücklich nach Hause gehen würde und nun bin ich froh, habe ich nicht gewettet.

Seit dem Spital erwache ich jeden Morgen um halb 7 Uhr und muss wie eine 101-jährige Frau aufs WC humpeln. Ich kann nicht mehr durchschlafen,- netter Weise gestatte ich mir aber danach wieder einzuschlafen, was ich selbstverständlich gerne annehme!

Die Übelkeit trug ich noch eine ganze Woche mit mir herum nach Spitalaustritt am 6.11.2011. Am darauffolgenden Wochenende wollte ich mich mit einem Militärkollegen treffen, er rief mich ganz spontan am Freitagabend an. Ich sagte zu und als ich das Telefon auflegte, spürte ich, dass ich den zum Abendessen gegessenen Salat absolut nicht ertrug und siehe da, endlich durfte ich erbrechen. Mir liefen Tränen über die Wangen, das ist etwas was ich eigentlich überhaupt nicht kann, ich habe immer das Gefühl ich muss sterben, wenn ich erbrechen muss. Als Kind stampfte ich auf den Boden und hielt mir die Hand vor den Mund und sträubte mich vom Feinsten dagegen, ich konnte es einfach nicht. Danach ging es mir aber viel besser und ich war so was von erleichtert. Ich traf meinen Kollegen und es war schön wieder einmal über das Militär zu sprechen. Nach dem Treffen war ich erledigt und schlief sogleich ein. Leider war die Übelkeit am nächsten Tag wieder da, aber niemals mehr so extrem wie vorher.

Vom Sonntag auf den Montag 11.-12.11 2011 schlief ich bei meiner Familie Zuhause. Meine Mum und ich wollten am Montag einkaufen gehen in einen Outletladen. Als ich am Morgen aufstand und in die Küche kam, stand das Frühstück auf dem Tisch. I.Ö. hatte ich Freude. Meine Mum war in der Zwischenzeit mit Bella der 2. Spazieren gegangen. Etwas muss ich noch kurz erwähnen: Etwas was ich trotz Übelkeit gut ertragen konnte war; Schoggijoghurt, Gipfeli und Orangensaft. Eigentlich bin ich bis anhin nicht der grosse Gipfelifan gewesen, aber seit dieser Überlkeit bin ich um jedes Gipfeli dankbar. Dies hält mit Schoggijoghurt und O-Saft wirklich gut hin. Auf dem Frühstückstisch standen Gipfeli von meiner absoluten lieblings Bäckerei da. Ooooh das war richtig toll!

Zum Zeit vertreib setzte ich mich seit langer Zeit wieder einmal hinter unser absolut krächstes und verstimmtes Klavier hin und spielte etwas vor mich hin. Es ist schon Schade, wenn man keine Chance hat zum spielen und üben, verlernt man es. Trotzdem war es schön wieder mal auf den Tasten herum zu klimpern. Ein wunderschönes Instrument. Bis heute bereue ich es keinen Tag, dass ich mich für das Klavier entschieden habe und nicht für die Geige. C-Instrument sei gepriesen!

Weiter entschied ich mich Juanes anzurufen und ihm mitzuteilen, dass ich einen Mann kennengelernt habe, bei welchem ich genauer sehen möchte, wo es hinführt. Er war verständnisvoll. Bevor wir auflegten, redeten wir noch etwas miteinander und ich denke, das war ein schöner Abschluss. Ich verstand mich wirklich gut mit ihm und es gibt Dinge im Leben von uns, welche wir miteinander teilen. Da spürt man sich teilweise schon viel schneller und intensiver verbunden. Es war schön ihn kennengelernt zu haben, aber es gibt da eben noch Albert.

Damit ich mich bei Albert nicht in einen Gefühlssumpf stürze, werde ich mich wieder etwas abschotten und ihn als Bekanntschaft ansehen. So habe ich meine Gefühle unter Kontrolle. Es ist mir natürlich klar, dass ich ihn mehr mag als nur ein bisschen, aber etwas schützen muss ich mich gegen ihn. Schliesslich bin ich 1. nicht gratis, 2. habe ich auch eine Ehre und 3. Bin ich nicht lebensmüde und lasse auf mir rumtrampeln, wenn er weiter so sein will, wie er wirkt. Eine Herausforderung, bin mir aber nicht ganz bewusst ob ich das auch meistere.. mag ich ihn schon zu sehr? Vielleicht gibt er mir eine Chance. Ich bin mir langsam ziemlich sicher, dass er ein grösseres Rucksäckchen mit sich herumträgt, als er zeigt. Nur weiss ich nicht was. We will see.

Am Mittag ass ich ein weiteres Gipfeli und trank O-Saft dazu. Dann ging es los. Dieser Migros-Outletladen ist ziemlich witzig. Von „Strumpfi“ bis jede Menge Duftkerzen fand ich einiges. Danach ging es in eine Metzgerei(1000 tote Tiere sah ich) und dann nach langem Plangen steuerten wir endlich zu meiner lieblings Bäckerei. Dort gibt es ein Schoggibrötchen, welches sich Storchenbrötchen nennt und ich kann euch sagen, es gibt nichts besseres. Wir kauften ein; mein lieblings Brot, Hefenussgipfel, jede Menge Storchenbrötchen und ein feines mini Sandwich. Zuhause verdrückte ich die ganze Runde einmal durch. Mir war es danach speiübel, aber mein Storchenbrötchen, war eindeutig stärker als die Übelkeit. Am Abend ging ich nach Hause und ab dem nächsten Tag, war die Übelkeit zu 98% verschwunden, ich freute mich wieder aufs Essen! Endlich wieder unbeschwert Salat essen oder Schokolade!

Nach diesem Tag ging ich nach Hause und Albert besuchte mich. Hätte ich gewusst, dass dieser Abend einiges verändern würde, hätte ich... ach quatsch, nix hätte ich anders machen können. Die Ansicht über Albert hat sich ohne Überlegungen (leider) nun um etwa um 70 Grad gewendet. Er erzählte mir etwas sehr Wichtiges aus seinem Leben. Wenn ich ihn gewesen wäre, würde ich schon lange nicht mehr neben mir stehen. Jedes Fettnäpfchen habe ich jedes Mal voll ausgekostet und habe ihn wahrscheinlich mehr als nur verletzt. Er ist Papa. Als wir uns kennenlernten, äusserte ich meine Ansichten über Kinder. Ich möchte nämlich nie welche haben. Ich finde Kinder toll. Aber selber möchte ich keine. Es verpflichtet, trägt eine hohe Verantwortung und man gibt einiges am Leben auf um einem kleinen heranwachsenden Menschen vieles beizubringen. Ich werde lieber eine richtig coole Tante und zeige den Würmer alles verbotene und gebe ihnen mit, dass ich immer für sie da bin. So in etwa und in einem bestimmteren Ton erläuterte ich ihm meine Ansichten damals darüber. Ich dachte nach seiner Offenbarung, dass er mich anscheinend wirklich lieb hat, wenn er trotz allem geblieben ist und meine Äusserungen immer und immer wieder ertragen musste. Sogar kam er wieder auf mich zu, trotzdem ich mich damals verabschiedet habe. Kennt ihr das Wort Masochismus? Glaub ich zwar nicht bei ihm, aber ich kann euch sagen, ich schoss mit meinen Aussagen teilweise auf die A-Scheibe und zwar voll in die Mitte mit 100 Punkten inkl. Kranz. Ich habe ein wahnsinnig schlechtes Gewissen.

Seither dachte ich verstehe ich sein Verhalten etwas besser und hatte auch nicht mehr eine so wahnsinnig grosse Fliehmotivation. Jedoch brach er mir an diesem Abend das Herz und verletzte mich sehr. Ich erzählte ihm danach als er erzählte, dass er Papa ist, von meinem schlimmsten Erlebnis. Ich dachte ich kann ihm vertrauen und dachte, es wäre Zeit sich gegenüber einander mehr zu öffnen. Kaum als ich fertig über mein Erlebtes sprach, drehte er sich um und schlief ein. Ich ging in die Toilette und weinte. Wollte er etwas gegen mich in der Hand haben, nur damit er nicht alleine da steht mit seinem Erzählten?? Ich war hin- und her gerissen. Was war das für ein Verhalten von ihm? Was ist das für ein Mensch? Am nächsten Tag meldete er sich nicht und am darauf folgenden Tag fragte er kurz nach ob alles in Ordnung wäre, ich wäre so komisch am Morgen gewesen. Ich sagte ihm, dass er mich sehr verletzt habe. Am Abend spät rief er mich an und ich versuchte mit ihm zu reden. Ich drang nicht einen Millimeter zu ihm durch. No chance. Es kam mir vor dass ich einen absolut perversen, naiven 15-jährigen Macho am Telefon hatte und dass es ihm absolut am Arsch vorbei ging. Ich versuchte ihm zu verstehen geben wie weh das tat und machte einen Vergleich; „stell dir vor ich wäre danach einfach eingeschlafen, wenn du mir von deinem Kleinen erzählt hättest...“ seine Antwort; „ach weißt du das wäre nicht so schlimm gewesen, man kann ja auch ein ander Mal darüber sprechen.“ Ich konterte und sagte ihm, dass das bestimmt nicht in Ordnung wäre, denn es sei sein gutes Recht Ernst genommen und mit Respekt behandelt zu werden. Er verstand dies nicht. Am Anfang vom Telefon meinte er auch, wenn du willst komme ich noch vorbei, nach 10 Minuten als ich ihm immer wieder versuchte zu verstehen zu geben, dass das absolut keine Wertschätzung gegenüber dem anderen wäre, meinte er plötzlich, dass er müde wäre und nicht mehr fahren möge. ???!??? ja komm mach ruhig weiter. Es tat nicht schon genügend weh, dass er plötzlich zeigte, dass ich ihn von Anfang richtig eingeschätzt hatte und aus reinem Gutwill versuchte ihm eine reelle Chance zu geben. Nun stand ich da und es tat so verdammt weh. Bevor er den Hörer auflegte meinte er, er werde Morgen am Nachmittag zu mir kommen und wir könnten über alles reden. Gut, ich konnte in dieser Nacht nicht schlafen und versuchte in Gedanken mich zu ordnen und suchte Sätze und Worte welche ihm verständlich hätten machen sollen, dass ein solches Verhalten wahnsinnig schmerzt. Am nächsten Tag wartete ich auf eine Meldung von ihm, wann er kommt. Um 2 Uhr nachmittags meldete er sich und fragte wie die Nacht war etc. Sofort gab ich ihm ein Telefon... er nahm nicht ab. Den ganzen Nachmittag versuchte ich es einige weitere Male und dann gab ich auf. Um 5 Uhr abends kam eine SMS, dass er gerade gesehen habe, dass ich mich einige Male gemeldet habe, er sei eben gerade beschäftig. Ich meldete mich darauf nicht mehr und ich bekam auch nie mehr etwas zu hören von ihm. Ich dachte, dieses Alter hätte ich längstens überwunden wo man miteinander so asozial und jünglich umgeht. So sagt er anscheinend bye. Ich habe Angst, dass er von mir und meinem Erlebten erzählt und mich bloss stellt. Dies wäre das Schlimmste. Aber mit seiner Art und Weise wäre dies absolut nicht Unmöglich. Ich trauerte ihm an diesem Abend wegen meinen Gefühlen etwas hinterher. Seither ist einfach das ungute Gefühl da, dass er über mich böse herzieht und ich habe eine wahnsinnige Entäuschung.

Vor 4 Jahren schwörte ich mir, niemals wieder einen Menschen an mich ran zu lassen. Ich wollte einem Mann welcher mir wichtig schien eine reelle Chance geben und liess es zu. Nun stehe ich wieder gebrochen da. Es tut verdammt weh, denn solche Menschen wie er, fürchte ich schon ein Leben lang, diese sind nur verletzend und keinen Kreuzer Wert. Reinster Abfall. Ich kann nur noch sagen, dass ich hoffe, dass der kleine Sohn von ihm, ein anderes Vorbild nehmen wird als sein Papa. Da kommt übrigens geradezu die Frage auf; hat er überhaupt einen Sohn oder war das nur eine Masche?? Aus der Liebe ziehe ich mich zurück und werde in Zukunft einfach wieder die Sonntage verspoten, in Gedanken, dass der Montag bald folgen möge. Ich bin in vielen Dingen gut, die Liebe wurde mir definitiv nicht zugeteilt und ich will nicht so enden wie mein verstorbener Freund, dann lass ich es lieber sein...wenn möglich dieses Mal länger als 88 Jahren. Man sagt, wenn der Richtige kommt spürt man dies, ich spüre was die Liebe angebelangt absolut rein gar nix von alleine. Der Kopf und nicht das Herz macht den 1. Schritt, keine gute Vorraussetzung. Nun ist es mir definitiv ’verleidet’. Ich bin lieber ein guter und wahrer Freund. Also lassen wir es. Mit diesem Gedanken kann ich ziemlich gut leben.

Dieser Blog verabschiedet sich von einem jungen, naiven und nicht mehr nennenswerten Menschen, für welchen es sich nicht mehr lohnt zu schreiben und traure um all die guten Seelen und nennenswerten Menschen, welche zu früh dahin geschieden sind.

Rund 2.5 Wochen nach Operation habe ich einen leichten Durchhänger. Ich gebe mir zwar Mühe bei meinen Übungen von Tag zu Tag, auch suche ich mein soziales Netz, so wie es diese Frau von diesem Latino Fest in Bern geraten hat, aber im Moment fällt es mir etwas schwerer. Ich ertrage die Menschen zur Zeit nicht sehr gut. Auch habe ich etwas Zweifel, was der Heilungsprozess betrifft. Ich spüre seit etwas 5 Tagen die 2 Schrauben, welche ich eingesetzt bekommen habe. Der Arzt hat mir klar zu verstehen gegeben, dass es sehr heikel ist und es möglich wäre, mit diesen Schmerzen leben lernen zu müssen. Natürlich sollte man dies im Moment nicht als das Ende sehen, aber ich bin nicht wie andere Menschen, welche dies einfach übersehen und nicht wahrhaben wollen. Ich möchte das ganze Bild sehen und nicht nur das was ich sehen möchte. So sieht es zur Zeit aus.

Ich wünschte ich wäre in Liverpool bei meinem lighthouse. Ich sehe mir jeden Tag das Bild an und hoffe darauf, dass ein Wunder geschieht und ich eines Tages dort erwache. Ich vermisse es.

Ich bin froh um meine Familie und meine wahren Freunde. Ich bin froh werde ich verstanden. Diese Menschen wissen, wie ich bin. Ich gehe gerne, komme aber immer wieder zurück zu den Menschen welche ich von Herzen schätze, liebe und brauche.

Übrigens: Mein Partyoutfit liegt schon mal bereit, ich werde feiern gehen, das weiss ich! Ich werde feiern gehen und irgendwann wieder frei sein. Auch werde ich ganz alleine ein Wochenende nach Liverpool gehen und dort die Ruhe die ich für des Weiteren brauche mit „nach Hause“ nehmen. Nicht heute und nicht Morgen, aber ich werde.

Elsbeth.

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